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Nutztiere

Von Nutztieren wird grundsätzlich das Erbringen einer bestimmten Leistung erwartet. In zahlreichen Bereichen stellt man sie in den Dienst menschlicher Interessen, so etwa als Jagdhelfer, Reit-, Zucht- und Schutztiere (beispielsweise Blinden-, Wach- und Schäferhunde, aber auch Katzen zur Nagerbekämpfung). Grosse Bedeutung haben sie daneben auch in der Bekleidungsindustrie, so vor allem Woll-, Leder- und Pelztiere (jedoch etwa auch Seidenspinner für die Gewinnung von Seide) oder als Versuchstiere in der experimentellen Forschung. Hauptsächliche Verwendung finden Nutztiere jedoch in der Agrarwirtschaft, in der sie sowohl als Arbeitshilfen (insbesondere als Last- oder Zugtiere) eingesetzt werden als vor allem auch der Nahrungsmittelproduktion - namentlich von Milch, Fleisch und Eiern - dienen. Daneben lassen sich die Erzeugnisse landwirtschaftlicher Nutztiere aber auch zu verschiedenen weiteren Produkten verarbeiten, so unter anderem ihre Wolle zu Stoffen und Teppichen, ihre Federn und Haare zu Pinseln und Matratzen oder ihre Darmhäute zur Umhüllung von Wurstwaren. Weitere Fabrikate aus tierischen Produkten sind etwa Seife, Leim, Kerzen oder Saiten für Musikinstrumente, während sogar der tierliche Kot in Form von Dünger einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit leistet. Dass sich die moderne Nutztierhaltung bei weitem nicht auf die Fleisch- und Milchproduktion beschränkt, sondern eine enorme Bandbreite weiterer Erzeugnisse hervorbringt, wurde im Lichte der BSE-Problematik der neunziger Jahre deutlich. Als Ansteckungsquellen für den sog. Rinderwahnsinn galten damals unter anderem auch möglicherweise kontaminierte Teile von Rinderhäuten, -sehnen, -bändern, -knochen oder -augen beinhaltende Produkte wie etwa für die Herstellung von Torten, Eis, Babynahrung, Backwaren, Gummibärchen etc. benötigte Speisegelatine bis hin zu Pharmazeutika, Kosmetika und beschichteten Filmen für die Fotoindustrie.

Weltweit werden schätzungsweise 13 Milliarden landwirtschaftliche Nutztiere gehalten; in unseren Breitengraden insbesondere Rinder, Pferde, Schweine, Schafe, Ziegen, Kaninchen und Geflügel, daneben beispielsweise aber ebenso Esel, Fische und Honigbienen sowie - in der Hoffnung auf eine lukrative Nischenproduktion - zunehmend auch exotische Tiere wie Lamas, Alpakas, Hochlandrinder, Bisons, Straussen oder sogar Antilopen, Kamele, Capybaras und Kängurus.


Literatur zu diesem Thema

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