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>> Tierwelt / Tierschutzrechtliche Einteilung

Haustiere

Durch die sog. Domestikation (oder "Haustierwerdung") hat der Mensch im Laufe der Zeit eine Reihe wilder Tiere derart verändert, dass diese heute unter kontrollierten Bedingungen unter seiner Obhut leben. Diese Entwicklung begann damit, dass der Mensch vom umherziehenden Jäger und Sammler zu einer sesshaften Lebensweise mit Ackerbau überging und Wildtiere zu sich nahm, versorgte und beschützte. Mittels Zähmung und gezielter Zucht wurden im Rahmen der Domestikation gegenüber den ursprünglichen Formen verschiedenste Abweichungen im Körperbau, in der Leistungsfähigkeit sowie nicht selten auch im Verhalten der Tiere herbeigeführt. Der Übergang von Wild- zu Haustieren lässt sich teilweise über mehr als 10'000 Jahre zurückverfolgen und wird gemeinhin als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Entwicklung der Zivilisation des Menschen bezeichnet, da sie ihn von Nahrungs- und Kleidungssorgen weitgehend befreite. Insgesamt gelten Haustiere daher als eines der bedeutsamsten menschlichen Kulturgüter überhaupt. Aus kulturhistorischer Sicht stellt die Erfindung der Haustierhaltung zusammen mit dem Anbau von Kulturpflanzen eines der wesentlichsten Ereignisse der Menschheit dar, weil damit die Grundlagen für eine kontinuierliche Entwicklung von den ältesten Dorfgemeinschaften zu den frühen Staaten und letztlich über die antiken Hochkulturen hin zu modernen Zivilisationsformen geschaffen wurden. Die Bedeutung des als neolithische Revolution bezeichneten Übergangs vom urzeitlichen Wildbeutertum (d.h. der blossen Aneignung von Naturgütern) zur bäuerlichen Wirtschaftsweise wird sogar mit jener der industriellen Revolution der Neuzeit gleichgestellt.

Als ältestes Haustier überhaupt gilt das Schaf, das bereits vor rund 11'000 Jahren in Indien domestiziert wurde. In Europa stellte der Hund das erste Haustier dar (seine Domestikation erfolgte 9000 bis 4000 v.Chr.), wobei die ersten Hunde nicht als Jagdgenossen oder Hütetiere, sondern vielmehr als Fleischlieferanten dienten. Im Laufe der Zeit folgten dem Hund dann das Rind und das Schwein als europäische Haustiere.

Aufgrund fliessender Übergänge verursacht die Zuordnung in Wild- und Haustiere zuweilen Schwierigkeiten (so etwa bei Rentieren oder in Farmen gehaltenen Pelztieren). Haustiere sind Tiere, "die weitgehend in sexueller Isolation zur Wildform leben und über eine Folge von Generationen kontrolliert vom Menschen fortgepflanzt worden sind", wobei diese kontrollierte Fortpflanzung eine Veränderung der tierlichen Eigenschaften gemäss menschlichen Wünschen und Vorstellungen zum Ziel hat. Die für die Haustierwerdung notwendige Generationenzahl kann nicht (bzw. jeweils erst retrospektiv) angegeben werden. Von dieser Einschränkung abgesehen hat sich die auf die Fortpflanzungsverhältnisse Bezug nehmende Definition als geeignetes Kriterium zur Charakterisierung von Haustieren herausgestellt, nachdem sich andere Aspekte (wie etwa die Zahmheit der Tiere oder die Haltungsbedingungen) als unzureichende Unterscheidungskriterien erwiesen.


Literatur zu diesem Thema

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