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Zirkus

Wie Tierparks und zoologische Gärten wollen auch Zirkusse ihrem Publikum lebende Haus- und vor allem Wildtiere präsentieren. Im Unterschied zum Zoo, wo Tiere in der Regel in ihren natürlichen Verhaltensweisen gezeigt werden, versucht man im Zirkus jedoch, die körperlichen und geistigen Fähigkeiten der Tiere über die Dressur vorzuführen, was insbesondere in Tierschutzkreisen zunehmend auf Kritik stösst. Während ein Zirkus ohne "tierische" Sensationen früher kaum vorstellbar war, verzichten heute denn auch immer mehr Unternehmen ganz auf das Mitführen von Tieren oder haben zumindest nur noch Haustiere in ihrem Programm. Nach wie vor führt aber noch mindestens ein Drittel der rund zwanzig Schweizer Zirkusunternehmen Wildtiere mit.

Aus tierschützerischer Sicht sind die Zirkusbetriebe in vielerlei Hinsicht problematisch. Aufgrund des Umstands, dass sie täglich zumindest für einige Stunden beschäftigt werden, leiden Zirkustiere grundsätzlich zwar weniger als ihren Artgenossen in zoologischen Gärten unter Langeweile. Die Methoden, womit man sie für die verschiedenen in der Manege aufzuführenden Kunststücke dressiert, sind oftmals aber mit enormen physischen und psychischen Belastungen verbunden. Auch haben die von den Tieren verlangten Darbietungen häufig wenig oder gar nichts mit ihrem natürlichen Verhalten gemeinsam. Durch den Umstand, dass man Tiere in der Manege zu einem möglichst spektakulären, jedoch völlig künstlichen und widernatürlichen - und nicht selten auch ihre Würde verletzenden - Verhalten konditioniert, wird das humane Verständnis für das Tier beim Zuschauer noch weniger gefördert als in zoologischen Gärten. Informationen über die natürlichen Lebensbedingungen und Bedürfnisse reduzieren sich im Zirkus ausserdem in der Regel auf ein Minimum. Körperliche Belastung, laute Musik und grelles Licht während einer Aufführung bilden nicht selten die Ursache für Krankheiten, die darüber hinaus anschliessend unzureichend behandelt werden.

Tierschutzrelevanz kommt aber nicht nur den öffentlichen Darbietungen und dem Training hierfür zu, sondern insbesondere auch den Bedingungen, unter denen Zirkustiere ausserhalb der Manege gehalten und befördert werden. Nicht selten ist das Dasein von Zirkustieren durch Langeweile und Einsamkeit in kleinen Transportkäfigen ohne ausreichende Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten geprägt. Zum einen ist eine tierschutzgerechte Haltung aufgrund der zwangsläufigen Mobilität der Käfige praktisch unmöglich. Zum anderen stellt das permanente Weiterziehen für die Tiere eine enorme Belastung dar, nicht nur aufgrund mangelnder Auslaufmöglichkeiten sondern auch aufgrund der klimatischen Umstellungen, die mit den Verhältnissen ihres natürlichen Lebensraumes in der Regel nichts gemein haben. Weitere Problemkreise bilden in der Praxis etwa die unzureichende Futter- oder medizinische Versorgung der Tiere, das Töten nicht mehr gebrauchter Zirkustiere oder der Umstand, dass kranke Tiere zum Auftritt gezwungen werden.


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