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Pelztierjagd

Aufgrund vermehrter Publizität und im Zuge eines allgemein wachsenden Tierschutzbewusstseins zeigt sich eine breite Öffentlichkeit zunehmend für die Leiden von Pelztieren in Zuchtfarmen sensibilisiert. Während deshalb vermehrt auf Pelzprodukte eigens hierfür gezüchteter Tiere verzichtet wird, betrachtet man "der Natur entnommene" Felle von in freier Wildbahn erlegten Tieren hingegen noch immer als weit weniger anstössig. Oftmals wird - fälschlicherweise – auch angenommen, diese Tiere würden auf humane Art getötet.

Im Vergleich zu früheren Zeiten hat die Jagd frei lebender Tiere heute (insbesondere in Europa) tatsächlich nur noch untergeordnete Bedeutung. Dass die Anzahl der in freier europäischer Wildbahn gefangenen Pelztiere im Verhältnis zu den gezüchteten heutzutage relativ bescheiden ausfällt, ist vor allem eine Folge gesetzlicher Vorschriften. So dürfen beispielsweise in Deutschland die im Rahmen des Jagdrechts gefangenen und getöteten Tiere höchstens ein Prozent aller Tierfänge ausmachen. In anderen Teilen der Welt, insbesondere in Nordamerika, spielt die Fallenjagd hingegen heute noch eine bedeutende Rolle. Auch kommt ihr erhebliche Tierschutzrelevanz zu, weil die dabei angewandten Methoden den Tieren nicht weniger Leid bereiten als jene der Haltung.

Pelztiere werden einerseits mit herkömmlichen Schusswaffen gejagt; namentlich nordamerikanische und sibirische Trapper wenden - aufgrund ihrer teilweise sehr weiten Jagdgebiete und des Umstands, dass bestimmte Pelztiere ausschliesslich nachtaktiv sind bzw. überwiegend im Wasser leben - aber auch verschiedene quälerische Fangsysteme an, die sich in den letzten 150 Jahren kaum verändert haben. So gehören berüchtigte Geräte wie beispielsweise Totschlag- und Schlingenfallen sowie sog. Tellereisen in vielen Ländern noch immer zur Grundausrüstung traditioneller Pelztierjäger. Totschlagfallen, die nach ihrem Erfinder auch als sog. "Conibears" bezeichnet werden, sollten ein Tier durch Genickbruch augenblicklich töten. Da ein zuverlässiges Funktionieren dieser Vorrichtungen von einer Reihe günstiger Bedingungen abhängig ist, treten in der Praxis sehr viele Fehlfänge bzw. Fälle schwer verletzter Tiere auf. Gemäss Freilandstudien werden teilweise nur gerade 15 Prozent der gefangenen Tiere sofort getötet. Schätzungsweise 30 Prozent der an Land lebenden Pelztiere werden mit Kopf- oder Beinschlingen gefangen. Hierbei verfangen sich die Tiere in Draht- oder Kunststoffschlingen, die sich mit jeder Bewegung enger zusammenziehen und den Erstickungstod bzw. schwere Beinverletzungen verursachen. Insgesamt werden rund 90 Prozent der weltweit für die Pelzproduktion gejagten Tiere mit Fallen gefangen. Rechtfertigend bezeichnet die Rauchwarenbranche die Felle bestimmter Pelztiere lediglich als Nebenprodukte der Bekämpfung von sog. Schadnagern oder der notwendigen Bestandesregulierung, d.h. der Jagd von Raubwild und anderen Tieren, die bei zu dichten Populationen den Menschen und seine Kulturlandschaft sowie die Viehzucht bedrohen bzw. Krankheiten und Seuchen übertragen würden. Der prozentuale Anteil von Fellen aus Jagd und Hege zur Bewahrung ausgewogener Tierbestände wird offiziell jedoch nur gerade mit 0,2 angegeben. Dem Argument der Bestandesregulierung ist zu entgegnen, dass die meisten Pelztiere Beutegreifer sind, deren Bestand sich durch das Beuteangebot von alleine reguliert. Jeder Eingriff von aussen stört hierbei das natürliche Gleichgewicht. Der Mensch kann nur reduzierend in einen Tierbestand eingreifen, niemals aber Teile eines Ökosystems regulieren. So wird der Einsatz von Fangsystemen bei der Schädlingsbekämpfung in der Öffentlichkeit weit weniger diskutiert, selbst wenn die Funktionsweise verschiedener angewandter Fallen klar tierquälerisch ist. Hierbei ist in erster Linie an die traditionelle Mausefalle, beispielsweise aber auch an den Einsatz von Leimfallen oder verschiedensten Giften zu denken. Ob Pelztiere nun ausschliesslich zur Fellgewinnung oder mitunter auch aus anderen Gründen gefangen werden, ist jedoch bei der Frage um die Zulässigkeit bestimmter Fallensysteme - zumindest aus tierschützerischer Sicht - unerheblich.


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