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>> Tierschutz / Einzelne Problembereiche / Wildtiere / Einzelne Aspekte / Pelzproduktion

Einleitung

Seit jeher verwendet der Mensch die Felle von Tieren, um sich damit zu kleiden oder zu schmücken. Viele Jahre schon bilden die Fragen nach der Notwendigkeit und moralischen Zulässigkeit dieses Tuns aber auch Gegenstand öffentlicher Kontroversen, wobei die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern stark verhärtet sind. Mit der Behauptung, das Tragen von Pelzen entspreche einem menschlichen Grundbedürfnis, weist die Rauchwarenbranche (als Rauchwaren werden – entgegen dem allgemeinen Sprachgebrauch - nicht Tabakwaren, sondern zugerichtete, sog. veredelte Pelztierfelle bezeichnet) regelmässig auf die natürliche Beschaffenheit, hohe Qualität und lange Lebensdauer ihrer Produkte hin. Tierschützer verneinen derweil einen tatsächlichen Bedarf und kritisieren vehement die Bedingungen bei der Haltung und Tötung der weltweit rund neunzig Millionen Pelztiere, die jährlich in industrieller Massentierhaltung gezüchtet oder mittels Waffen und Fangsystemen gejagt werden, wobei ihnen in aller Regel erhebliches Leid widerfährt. Die meisten Fellprodukte werden in den USA, Japan, Russland, Italien, Spanien, Deutschland und Korea verkauft, wobei Italien im Verhältnis zur Bevölkerungszahl über die höchste "Pelzdichte" verfügt.

Diverse Medien und Tierschutzorganisationen haben das Schicksal von Pelztieren in den letzten Jahren wiederholt öffentlichkeitswirksam dokumentiert, was zu einem verstärkten Problembewusstsein in der Bevölkerung führte, die zunehmend an den offenkundigen Missständen bei der Pelzgewinnung Anstoss nahm. Immer mehr hat sich hierbei die Ansicht verbreitet, dass Pelzartikel in unseren Breitengraden entbehrliche Wohlstandsgüter darstellen, für deren Herstellung empfindsame Wesen rücksichtslos ausgebeutet werden. Luxusprodukte sind zwar nicht a priori verwerflich, wohl aber, wenn sie derart untrennbar mit dem Leid und Tod von Tieren verbunden sind. Fachleute sind sich weitgehend einig, dass eine industrielle Pelzgewinnung - unabhängig ob aus Massentierhaltung oder Fallenstellerei - nicht möglich ist, ohne dabei gegen zentrale Tierschutzprinzipien zu verstossen. Die Kenntnis der Fang-, Aufzuchts- und Tötungsbedingungen sowie der enormen Anzahl Tiere, die für die Herstellung von Pelzprodukten benötigt werden, liessen die allgemeine Bereitschaft zum Tragen echter Pelze denn auch deutlich zurückgehen. So spricht sich beispielsweise in Deutschland mittlerweile mehr als die Hälfte der Bundesbürger strikt gegen das Tragen von Naturpelzen aus. Für das Kürschnerhandwerk hat die zunehmend tierschutzgeneigte öffentliche Meinung in den achtziger und frühen neunziger Jahren zu schweren Ansehensverlusten und im gesamten Fellhandel zu drastischen Umsatzeinbussen geführt. Die Rauchwarenbranche sah sich daher gezwungen, neue Strategien zu entwickeln. Mit enormen Anstrengungen versucht sie seit einiger Zeit, die "Lust auf Pelz" mit neuen Produktvarianten wieder zu wecken. Das heutige Angebot an Pelzartikeln umfasst alle denkbaren Modefarben und -formen. Echte Felle werden mittlerweile auch für preisgünstige Warenhauskollektionen und als Besatz (sog. Verbrämungen, d.h. Bordüren wie Krägen, Kapuzen, Manschetten etc.) oder Innenfutter für Jacken, Stiefel und Handschuhe verwendet, wobei es für Laien beinahe unmöglich ist, optisch zwischen
natürlichen und künstlichen Pelzen zu unterschieden. Um die Konsumentenbedenken zu zerstreuen, werden die erwiesenen Missstände in der Herstellung ausserdem beschönigt oder als haltlose Behauptungen zurückgewiesen. Als Resultat dieser Bemühungen lassen sich spätestens seit der Jahrtausendwende wiederum untrügerische Anzeichen einer erneuten Trendwende beobachten und ist die Nachfrage nach echten Fellen in vielen Ländern heute grösser denn je.


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Links zu diesem Thema

Schweizer Pelzfachverband Swiss Fur
Stellungnahme zur Frage der Herkunft der Pelze: "46,9 Prozent aller Felleinfuhren kommen aus Farmhaltung, aus Skandinavien, Nordamerika, Russland, Polen und den baltischen Ländern. Felle aus der Schädlingsbekämpfung, beziehungsweise der Verfolgung von Raubwild, die bei zu dichten Populationen den Menschen, seine Kulturlandschaft und Viehzucht bedrohen oder die Krankheiten übertragen, machen 15,3 Prozent der Einfuhren aus. Dies sind zum Beispiel, Waschbär, Opossum, Rotfuchs, Wildkanin, Coyote, Maulwurf und Hamster. Felle aus Jagd und Hege zur Bewahrung ausgewogener Tierbestände in ihren Lebensräumen, bei Naturvölkern wie Indianern oder Eskimos zählen 0,2 Prozent"
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"Allzwecknutztiere" Kaninchen
Arbeitskreis Tierrechte & Ethik (A.K.T.E.) - In manchen Ländern (darunter auch Frankreich und die Schweiz) ist das tierschutzrelevante Rupfen der Wolle noch immer erlaubt. Das unbetäubte Kaninchen wird hierzu auf einem Brett mit Bändern fixiert, und die weiche Wolle wird aus dem empfindlichen Bauch- und Rückenfell gerupft. Zudem Informationen zu Mastkaninchen, Versuchskaninchen und Kaninchenjagd
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Anti-Pelz-Aktion
Seite von Pelzgegnern, Gesetzesstand in Deutschland, Aktionen, Tierbefreiung
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Argumentarium Pelz
Argumentationshilfe und Stellungnahme der Stiftung für das Tier im Recht
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Crying Animals
Berichte und Aktionen von Tierschützern (Tierbefreiungen, Protesten)
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Literatur zu diesem Thema

 

TIR-Film: Tier im Recht bewegt
 
Hunde-Recht
 
Kuriosa
Python frass vier Golfbälle

BRISBANE -Schlangen können bekanntlich erstaunlich grosse Happen verschlingen. Aber einem Python in Australien wurde seine Gier fast zum Verhängnis. Auf der Jagd in einem Geflügelgehege hielt das Tier vier Golfbälle für Hühnereier und schluckte sie hinunter.... weiter
 
Botschaften
 
Schräge Spots
Unsere beliebte Internetrubrik "Schräge Spots" wurde wieder einmal um einige lustige Tierfilmchen erweitert. Sie umfasst mittlerweile weit über 200 Kurzfilme, in denen Tiere die Hauptrolle spielen. Mögen die - wiederum nicht ernst gemeinten - Spots Ihnen hoffentlich mehr als einmal ein herzhaftes Lachen abgewinnen! weiter
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