Während hierzulande 1983 (d.h. bei der ersten behördlichen Erfassung) noch fast zwei Millionen Tiere in bewilligungspflichtigen Experimenten eingesetzt wurden, waren es 2003 rund 475'000 (davon über 90 Prozent Kleinnager), was aber noch immer einer Zahl von über 1300 Versuchstieren pro Tag entspricht. Rund drei Viertel der Labortiere werden heutzutage in der Industrie und insgesamt über die Hälfte für die Entdeckung, Entwicklung und Qualitätskontrolle medizinischer Produkte verwendet. Der Anteil der biologischen und medizinischen Grundlagenforschung hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen und betrug 2003 etwas mehr als 31 Prozent, während für Haushaltsmittel und Kosmetika hierzulande seit einigen Jahren keine Tierexperimente mehr durchgeführt werden. Zusätzliche über 150'000 Tiere wurden in nicht bewilligungs-, sondern lediglich meldepflichtigen Experimenten eingesetzt, wobei es sich grösstenteils um Tötungen von Mäusen und Ratten zur Organ- oder Gewebeentnahme sowie um Fütterungsuntersuchungen bei Geflügel in grossen Herden handelte. Bei den lediglich meldepflichtigen Versuchen sind die Tierzahlen seit langem relativ konstant.
Vom gesamthaften Rückgang der letzten zwanzig Jahren um rund drei Viertel der Versuchstiere betroffen sind insbesondere klassische Labortiere wie Nager, Kaninchen, Hunde und Primaten. Die begrüssenswerte Abnahme beruht auf verschiedenen Ursachen. Einerseits ist sie die Folge der mittlerweile hohen Qualität der speziell gezüchteten Labortiere und einer allgemein verbesserten Versuchsplanung. Zudem werden Gesetzesbestimmungen heute pflichtbewusster vollzogen als früher, was mit einem verstärkten Problembewusstsein vieler Wissenschaftler, besseren Kontrollen und nicht zuletzt mit dem zunehmenden öffentlichen Druck zu tun hat. Anderseits ist der Rückgang jedoch auch auf den vermehrten Einsatz alternativer Versuchsmethoden zurückzuführen, bei denen weniger oder gar keine Tiere verwendet werden.