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>> Tierschutz / Einzelne Problembereiche / Versuchstiere / Versuchstierzahlen

Erfassungsproblematik

Die exakte Eruierung der weltweit für Experimente verwendeten Tiere bereitet grosse Schwierigkeiten. Gemäss einer Hochrechnung auf der Grundlage der verfügbaren nationalen Tierversuchsstatistiken beträgt die Gesamtzahl der jährlich eingesetzten Labortiere rund 300 Millionen. Eine genaue internationale Erhebung war bis heute jedoch nicht möglich, da viele Staaten keine entsprechenden Daten veröffentlichen. Den statistischen Angaben der EU-Kommission zufolge wurden für das Jahr 1996 unionsweit über 11,6 Millionen Versuchstiere offiziell erfasst - davon waren rund 9,5 Millionen Nager -, wobei nahezu 80 Prozent in den vier Mitgliedstaaten Grossbritannien, Frankreich, Belgien und Deutschland verwendet wurden. Aufgrund verschiedener Erhebungsprobleme vermitteln diese Angaben aber kein objektives Bild. Das verarbeitete Datenmaterial war nicht einheitlich, sodass die Zahlen nach oben korrigiert werden müssen. Da selbst amtliche Statistiken oftmals nicht verlässlich sind, muss ausserdem generell von hohen Dunkelziffern ausgegangen werden. Als einziges Land der Welt weist Grossbritannien schon seit geraumer Zeit zuverlässige Zahlen aus, da es seit 1876 alle Tierversuche nach einem bestimmten Schema registriert und jedes Jahr in Form eines Berichts durch das Innenministerium veröffentlicht.

In der Schweiz hat das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) seit 1983 jährlich eine Aufstellung über sämtliche hierzulande durchgeführten Tierversuche zu veröffentlichen, die alle für eine Beurteilung des Vollzugs der Tierversuchsbestimmungen notwendigen Angaben enthält. Eine objektive Vergleichbarkeit der nationalen Datensammlungen ist zudem nahezu unmöglich, da Labortiere nicht überall einheitlich erfasst werden. Viele innerstaatliche Rechtsordnungen unterscheiden sich bereits in der Legaldefinition dessen, was unter einem Tierversuch überhaupt zu verstehen ist. So gelten beispielsweise in Deutschland an Tieren durchgeführte Experimente zu Ausbildungszwecken, zur Organentnahme oder zur Produktion von Seren und Impfstoffen im Gegensatz zu vielen anderen Staaten nicht als Tierversuch. Ausserdem werden jene Tiere, die bereits im Vorfeld, d.h. nicht in, sondern vielmehr für Experimente sterben (im Rahmen der Aufzucht und Haltung bei Versuchstierhändlern, auf dem Transportweg oder im Rahmen der Vorbereitungen für die eigentlichen Versuche) oder als überzählig getötet werden, in offiziellen Statistiken meist nicht ausgewiesen.


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Links zu diesem Thema

BVET Tabellen der Tierversuchsstatistik 2004
Tabellen - Anzahl Versuchstiere nach Tierart, Verwendungszweck und Schweregrad aufgeteilt
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BVET Tierversuchsstatistiken
Statistiken von 1994 bis heute
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Kanada - Tierversuchsstatistik 2002
Animal Use Survey (2002), Canadian Council on Animal Care (CCAC) - Anzahl Tierversuche, verwendete Tierarten, Anwendungsbereich (in Englisch)
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Korrigierte Statistik des Bundes - Mehr Tierversuche und stärkere Belastungen
BVET - 2004 wurden in der Schweiz 497 786 Versuchstiere eingesetzt, 5330 mehr als ursprünglich ausgewiesen. Gestiegen ist auch die Belastung: Die schwerbelastenden Tierversuche dienten insbesondere der Entwicklung und Prüfung neuer Medikamente und der Qualitätssicherung biologischer Produkte (v.a. Impfstoffe) sowie toxikologischen Abklärungen (v.a. Ökotoxikologie mit Fischen)
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STS - Eidgenössische Tierversuchsstatistik 2004: Tierschutz verschaukelt
Zum dritten Mal innert vier Jahren wurden mehr Labortiere verbraucht, insbesondere in schwerstbelastenden Versuchen. Der Schweizer Tierschutz STS führt die laufende Zunahme von Tierversuchen primär auf die Gentechnik-Forschung zurück und geht davon aus, dass schwerbelastende Tierversuche in den nächsten Jahren extrem ansteigen werden
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