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Tierschutz / Einzelne Problembereiche / Versuchstiere / Verwendete Tierarten
Herkunft
In der Regel stammen Labortiere aus speziellen Zuchtbetrieben und werden gewissermassen auf die Bedürfnisse der Forschung massgeschneidert über Kataloge oder Anzeigen in Fachzeitschriften zum Kauf angeboten. Verschiedene Labortierzuchten offerieren auch voroperierte Tiere, denen "störende" Organe bereits entnommen, die Augen zerstört oder die Stimmbänder durchtrennt wurden (dies geschieht vor allem bei Hunden), bevor sie an Versuchsanstalten geliefert werden. Der Handel mit Versuchstieren stellt ein lukratives Geschäft dar und hat sich zusammen mit der Versuchstierzucht längst zu einem weltweit florierenden Marktzweig mit enormen Umsätzen entwickelt; er bringt jedoch auch verschiedene tierschutzrelevante Probleme mit sich. Einerseits sollen Patente oder eingetragene Warenzeichen die gewinnträchtige Vermarktung der Tiere sichern. Um jederzeit geeignete Tiermodelle anbieten zu können, produziert man anderseits enorme Überschusse an vorrätigen Labortieren, die dann mangels Bedarf wieder getötet - und statistisch nicht erfasst - werden. Besonders hoch ist die Zahl derartiger "Abfalltiere" im Rahmen der Stammerhaltung nicht gefragter Tiermodelle, die man selbst dann weiterzüchtet, wenn sie über viele Jahre hinweg keine experimentelle Verwendung finden.
Vereinzelt werden Versuchstiere aber auch der freien Natur entnommen (insbesondere Primaten) und bestätigt sich ausserdem der von Tierschutzkreisen häufig erhobene Vorwurf, dass streunende oder gar gestohlene Hunde und Katzen in Versuchslabors enden. Gemäss Schätzungen der National Catholic Society of Animal Welfare wurden Mitte der achtziger Jahre allein in den USA jährlich 500'000 Hunde gestohlen oder unrechtmässig erworben und als Versuchstiere weiterverkauft bzw. zur Erpressung von Lösegeld oder Erlangung eines Finderlohns missbraucht. Nach Angaben des japanischen Anti-Vivisektionsverbands JAVA handelt es sich bei rund 90 Prozent der 100'000 in Japan jährlich für Versuchszwecke eingesetzten Hunden und Katzen um ausgesetzte Heimtiere. Aus Mexiko ist ausserdem bekannt, dass Katzen zusammengetrieben, ertränkt und die Kadaver anschliessend an amerikanische Hochschulen und Colleges verkauft werden, wo sie im Sezierunterricht verwendet werden. Ähnliche Fälle sind zwar nicht aus der Schweiz, wohl aber aus anderen europäischen Staaten bekannt; so hat die Europäische Kommission etwa 1994 gegen Portugal ein Verfahren eingeleitet, da an Forschungsinstituten in Lissabon und Coimbra streunende Hunde für Tierversuche eingesetzt wurden, was gegen das einschlägige EU-Recht verstösst.