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Einsatz von Wachstums- und Resistenzgenen
Während genetisch manipulierte Tiere als
Versuchsmodelle für die Grundlagenforschung und die Analyse menschlicher Erkrankungen bereits routinemässig eingesetzt werden, haben sie den Schritt in die Ställe hiesiger Landwirtschaftsbetriebe noch nicht getan (dies im Gegensatz zum bereits relativ etablierten Einsatz der Gentechnik in der Pflanzenzucht und Nahrungsmittelproduktion). Im Wunschdenken der gentechnologischen Forschung nehmen genmanipulierte Nutztiere, mit denen man vorgegebene Zuchtziele dereinst noch effektiver realisierbar will, jedoch längst eine bedeutende Rolle ein, sodass entsprechende Anwendungen bereits seit einiger Zeit experimentell erprobt werden. Einerseits sollen Nutztiere mit Hilfe injizierter gentechnisch hergestellter Wachstumshormone noch schneller und mehr wachsen sowie in kürzerer Zeit grössere Mengen produzieren. Als Musterbeispiel derartiger Wachstumsförderer gilt rBST (Bovines Somatotropin), das bei Kühen unter anderem die Milchleistung noch einmal in erheblichem Masse steigern soll. Durch den gezielten Gentransfer werden anderseits auch Züchtungen über die Artgrenzen hinaus angestrebt, um mit transgenen Rindern, Schweinen, Hühnern oder Fischen künftig weitere Leistungssteigerungen zu erreichen. Die aus ersteN Versuchen mit Mäusen gewonnenen Erkenntnisse, dass transgene
Tiere etwa doppelt so gross werden können wie ihre nicht transgenen Geschwister, verstärkten die Absicht, auch landwirtschaftliche Nutztiere vor dem Hintergrund ihrer vermeintlichen Produktivität gentechnischen Modifikationen zu unterziehen. Bereits in den siebziger Jahren wurden in den USA sog. Beefalos (Mischwesen aus Bison und Rind) in der Hoffnung gezüchtet, dass diese doppelt so schnell heranwachsen wie Rindvieh, dabei als Futter nur Gras fressen und darüber hinaus mageres Fleisch liefern.
Mit gentechnologischen Verfahren wird zudem auch eine Veränderung der Produktqualität bezweckt - so sollen etwa transgene Kühe laktosearme oder -freie Milch herstellen - und das Ziel verfolgt, Nutztiere besser an wirtschaftliche Haltungsbedingungen anzupassen und vor Krankheiten, Schadstoffen oder gewissen Umwelteinflüssen zu schützen. Durch ins Erbgut eingeschleuste Resistenzgene sollen beispielsweise Schweine gegen Stress, Kühe gegen Euterentzündungen oder Fische gegen Frost und Schwermetalle in verschmutzten Gewässern widerstandsfähig gemacht werden. Um die Rindviehhaltung auch in polaren Gegenden zu ermöglichen, hat man gar schon versucht, die Tiere mit Winterschlafgenen zu manipulieren, um sie kostensparend über die vegetationsarme Periode zu bringen.