Wie beim Klonieren fällt auch bei der auf dem Prinzip von Versuch und Irrtum beruhenden und sehr aufwändigen Herstellung transgener Nutztiere eine enorme Anzahl "Ausschusstiere" an. Davon abgesehen, dass bereits unzählige Vorversuche notwendig sind, um überhaupt eine aussichtsreiche Strategie zu entwickeln (für den Aufbau einer transgenen Linie werden bei Schweinen etwa vier und bei Rindvieh sogar rund elf Jahre benötigt), liegt die Erfolgsquote bei der nachmaligen Schaffung eines transgenen Tiers lediglich bei etwa einem Prozent. So waren beispielsweise bei der Erzeugung des genmanipulierten Schafs Tracy nur gerade fünf von 544 Tieren transgen. Gesamthaft fallen der Produktion eines einzigen transgenen Tierstammes schätzungsweise 500 bis 2000 Eispenderinnen, Ammentiere, Totgeburten, nicht vermehrungs- oder lebensfähige bzw. gesunde, jedoch nicht transgen gewordene Nachkommen zum Opfer.
Entsprechende Individuen weisen ausserdem oft unerwartete Schädigungen auf, die durch das komplizierte, noch weitgehend unbekannte Zusammenspiel arteigener und -fremder Gene sowie den dadurch ausgelösten Stoffwechsel verursacht werden. Oftmals lässt sich die Integration der Fremdgene nicht vollkommen steuern, sodass sowohl hinsichtlich der Lokalisation als auch bezüglich der Anzahl des Fremdgens im Empfängergenom Fehler vorkommen (man spricht von sog. Positionseffekten), was den Stoffwechsel und den Gesamtzustand eines Tiers massiv stören kann. Generell treten bei transgenen Tieren sehr häufig Missbildungen und Fortpflanzungsstörungen auf; ausserdem besteht durch das Risiko eines falschen Einbaus des eingeschleusten Gens ein hohes Risiko für die Entstehung von Krebs und anderen Erkrankungen. Obschon viele Konsequenzen noch gar nicht absehbar sind und möglicherweise erst nach Generationen auftreten, bewirken die angestrebten Leistungssteigerungen für die Tiere fast immer erhebliche Beeinträchtigungen. Ein Beispiel hierfür stellen die australischen Merino-Schafe dar, bei denen sich durch die gentechnisch vergrösserte Hautoberfläche eine Steigerung des Wollertrags erzielen lässt und das besonders dichte Fell sogar von alleine abfällt. Den Tieren wurde ausserdem ein Gen eingepflanzt, das die Wolle schneller wachsen lässt. Ein bis zwei Wochen nach der Injektion eines speziellen, von transgenen Bakterien produzierten Eiweisses lässt sich die Wolle dann wie ein Pullover abziehen, wodurch sich das Scheren der Schafe erübrigt. Darüber hinaus will man die Tiere gentechnisch derart verändern, dass ihre Wolle insektenabweisend und dereinst "mottenfest" sein wird. Die Tiere leiden infolge Überhitzung jedoch ganz beträchtlich, wenngleich ihre äussere Erscheinung dies nicht erkennen lässt (Schafe gelten aufgrund ihrer geringen Mimik als "stille Dulder"). Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass es bei der Betreuung transgener Tiere an qualifiziertem Fachpersonal oft mangelt. So werden erbgutbedingte Verhaltensstörungen oft infolge fehlender Tierkenntnis als Normalverhalten taxiert und bleiben trotz ihrer Tierschutzrelevanz unbeachtet.
Eine Reihe der Gesundheit der Tiere abträglicher Nebenwirkungen verursacht auch der Einsatz artfremder Wachstumshormongene, deren gewünschte Wirkung das Umgehen der körperlichen Selbstregulation voraussetzt. Die zweifelhaften Resultate bisheriger Bemühungen sind kaum lebensfähige Kreaturen wie Riesenschafe, -hühner und -fische, die unter anderem an massiven Schädigungen der inneren Organe, Knochen- und Gelenkdeformationen, rheumatischen Erkrankungen und Magengeschwüren leiden. Zu denken ist etwa an Pferde oder Hühner mit Rindergenen, Schafe mit Genen von Sonnenblumen, Forellen mit menschlichen Wachstumshormongenen, Karpfen mit solchen von Forellen oder mit Rattengenen versehene Lachse, die rund das sechsfache Gewicht und eine bis zu sechs Mal grössere Wachstumsrate unveränderter Lachse aufweisen. Es sind gar Fälle transgener Lachse bekannt, die das 37-fache Gewicht normaler Tiere erreichten. Fische werden ausserdem mit einem Frostresistenzgen der Winterflunder versehen, damit sie auch im Winter wachsen. Das (bisher) bekannteste Beispiel für entsprechende Auswüchse stellen jedoch in den USA erzeugte - und patentierte – Riesenschweine dar, die infolge ihrer stattlichen Grösse zwar eine bemerkenswerte Fleischmenge erreichen, aufgrund chronischer Arthritis, Apathie, ständigen Infektionen und verschiedenen weiteren Leiden jedoch kein erträgliches Dasein führen können. Die kalbsgrossen Schweine, denen wachstumsfördernde Erbanlagen vom Rind und vom Menschen ins Erbgut eingepflanzt wurden, leiden an Knochenverformung, Magengeschwüren, rheumatischen Erkrankungen und unter schweren Augenfehlern. Von Forscherseite wurde zwar konstatiert, dass die Manipulationen für die Gesundheit der Tiere zerstörerisch und "kaum ein Organ von Schäden verschont" sei, man räumte jedoch beschwichtigend ein, die Tiere würden "blosse Zwischenergebnisse" darstellen.
Gesundheitliche Belastungen verschulden letztlich auch das Gene-Pharming und die Xenotransplantation, d.h. jene gentechnischen Verfahren an landwirtschaftlichen Nutztieren, die vielmehr der Humanmedizin als der bäuerlichen Ertragssteigerung dienen. Auf die Tiergesundheit schädlich auswirken können sich dabei einerseits die durch die gentechnischen Eingriffe verursachten sog. Produktionseffekte und anderseits auch die beim Gene-Pharming erzeugten Substanzen, wenn diese beispielsweise aus der Milch in den Körper der Tiere gelangen. In der Xenotransplantation beschränkten sich die Zweifel bis vor kurzem insbesondere auf die Übertragungsmöglichkeiten und die gesundheitlichen Risiken tierlicher Organe für den Menschen. Dabei haben sich die Befürchtungen, dass Erreger tierlicher Krankheiten auf den Menschen übergreifen könnten, inzwischen bestätigt. In England sind Xenotransplantationen der damit verbundenen Risiken wegen vorläufig verboten worden. Darüber hinaus scheint es wenig realistisch, dass die als natürliche Bioreaktoren bzw. menschliche Ersatzteillager bestimmten Tiere dereinst ein artgerechtes Leben auf Bauernhöfen führen dürfen. Allein schon infolge ihres wissenschaftlichen und finanziellen Werts werden sie vielmehr ein isoliertes Dasein unter restriktiven hygienischen Haltebedingungen in Industrieunternehmen fristen. Aus Sicherheitsgründen werden transgene Tiere in einer praktisch sterilen Umgebung unter sog. spezifisch pathogenfreien Bedingungen in eigens dafür gebauten Anlagen gezüchtet und gehalten. Kritisch zu prüfen ist daher das häufig angeführte Argument, als biotechnische Produktionssysteme verwendete Tiere seien in ihrer Lebensqualität nicht eingeschränkt, da beispielsweise Kühe ohnehin Milch ausscheiden würden.
Bedienung
Ausführlichkeit
Qualitätsanspruch
Radikal für die Tiere
Wertschätzung
Lustfaktor
Nicht bewertet