Das Gesamtausmass europäischer Tiertransporte ist statistisch jedoch nicht erfasst, da der Union keine genauen Angaben über die innerstaatlichen Beförderungen in den einzelnen Mitgliedsländern vorliegen, die den weitaus grössten Teil aller Transporte ausmachen (Allein in Deutschland werden jährlich rund 300 Millionen Tiere rein innerstaatlich befördert). Da jedes in einem Schlachthof getötete Tier zumindest einer Beförderung dorthin unterlag (viele wurden jedoch schon zuvor ein oder mehrere Male transportiert), bieten die unionsweiten Schlachtzahlen immerhin eine gute Orientierungshilfe: In den Schlachthäusern der EU werden jährlich rund 300 Millionen Säugetiere sowie eine immense Anzahl Geflügel - allein in Grossbritannien rund 500 Millionen – zu Nahrungszwecken getötet.
Ähnlich wie die Zahl der beförderten Tiere nahmen in den letzten Jahrzehnten auch die zurückgelegten Distanzen in drastischer Weise zu. Ferntransporte über 3000 Kilometer sind heutzutage keine Seltenheit, wobei die Fahrtdauer mehrere Tage betragen kann - trotz des durch den freien Binnenmarkt bedingten Wegfalls der teilweise sehr langen Wartezeiten an den unionsinternen Grenzstellen. Exemplarisch sei hierzu auf von Schottland bis nach Griechenland führende Schaftransporte sowie Beförderungen deutscher Kälber nach Spanien verwiesen. Viele der in die EU eingeführten Tiere sind zudem bereits seit Stunden oder Tagen - und unter bisweilen misslichen Bedingungen - unterwegs, bevor sie das Gemeinschaftsgebiet überhaupt erst erreichen. Dies gilt beispielsweise für Pferde, die aus Sibirien nach Frankreich bzw. Italien transportiert, oder für Rindvieh aus Russland, die bis auf die Kanarischen Inseln befördert wird.
Noch viel länger - und beschwerlicher - wird die Reise gar, wenn Schlachttiere nach ihrer Ankunft in den nördlichen Mittelmeerhäfen in mehrstöckige Frachtschiffe verladen und nach Nordafrika oder in den Nahen Osten befördert werden, wobei die Überfahrt noch einmal mehrere Tage, manchmal auch Wochen, dauert. Nicht selten werden die Tiere nach ihrer Ankunft in den Bestimmungshäfen erneut auf Lastwagen verladen und in noch fernere Länder (wie Jordanien, Saudi-Arabien, Jemen oder den Iran) weitertransportiert.
Obschon Flugzeuge schnelle Verkehrsmittel darstellen, sind Transporttiere aber auch im internationalen Luftverkehr aufgrund langer Wartezeiten, Umladungen etc. oft tagelang (und ebenfalls unter teilweise inakzeptablen Umständen) unterwegs. Erhebliche Verzögerungen können aus operationellen Gründen, so etwa im Zusammenhang mit ungeplanten Transportunterbrüchen oder kurzfristigen Flugzeugwechseln, entstehen (beispielsweise wenn Anschlussflüge verpasst werden und die Tiere unbeachtet stunden- oder gar tagelang in ihren geschlossenen Transportbehältern verbleiben). Missstände wie Falschdeklarationen der Tierart, untaugliche bzw. überbelegte Transportbehälter oder ein bezüglich Hitze, Kälte, Ventilation, Dauer etc. ungeeignetes Beförderungsumfeld kommen jedoch meist nur zufällig ans Licht, wurden in den letzten Jahren aber beispielsweise wiederholt im Zusammenhang mit der - meist illegalen - Beförderung exotischer (und nicht selten durch das CITES geschützter) Tiere aufgedeckt. Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem auch der Beförderung wild gefangener Tiere (namentlich Primaten), die zu Versuchszwecken in die westlichen Staaten geflogen werden. Tierschutzrelevante Schwierigkeiten treten überdies beim Lufttransport von Tieren auf, die zum menschlichen Verzehr bestimmt sind. Zu denken ist etwa an Hummer oder Langusten, die in Schaumpolystyrolkisten mit Kühlelementen bei narkotisierenden Temperaturen befördert werden.