Tierschutz Tierwelt Tier & Recht Tierstraffälle Vollzug Bibliothek Links Unterhaltung

Spenden
Media Watch
Rechtsauskünfte
Radiospots
Ein Projekt der Stiftung für das Tier im Recht Stiftung für das Tier im Recht
Frosch Hund
>> Tierschutz / Einzelne Problembereiche / Landwirtschaftl. Nutztiere / Transport / Transportvolumen

Ausmasse

In den letzten zwei Jahrzehnten haben europäische Tiertransporte gewaltige Dimensionen erreicht. So haben sich beispielsweise zwischen 1986 und 1990 die Kälberimporte aus Drittländern in die Europäische Union nahezu verfünffacht. Insgesamt werden jährlich über 300 Millionen Schlachttiere zwischen den EU-Ländern befördert, wobei vor allem bei Rindvieh und Schweinen Handelsströme von den nördlichen in die südlichen Mitgliedstaaten klar erkennbar sind. Im innergemeinschaftlichen Handel von Kälbern und Rindern kommt Frankreich eine zentrale Rolle als Im- und Exporteur zu, während die Niederlande der wichtigste Lieferant von Ferkeln und Mastschweinen sowie Grossbritannien und wiederum Frankreich von Schafen sind. Zudem überschreitet eine enorme Anzahl Tiere die Aussengrenzen der Union; allein in östliche Länder werden jährlich mehr als dreissig Millionen Grosstiere ausgeführt (Hauptexporteure sind Deutschland, Österreich, Grossbritannien, Frankreich und die Niederlande), während die EU im Gegenzug über zwei Millionen importiert. Am häufigsten eingeführt werden Pferde, Rindvieh und Schafe. In- und Exporte von Lebendvieh in die EU sind stark von handels- und agrarpolitischen Massnahmen abhängig, werden in der Regel auf der Grundlage internationaler Abkommen durchgeführt und stellen für die betreffenden Drittstaaten einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar.

Das Gesamtausmass europäischer Tiertransporte ist statistisch jedoch nicht erfasst, da der Union keine genauen Angaben über die innerstaatlichen Beförderungen in den einzelnen Mitgliedsländern vorliegen, die den weitaus grössten Teil aller Transporte ausmachen (Allein in Deutschland werden jährlich rund 300 Millionen Tiere rein innerstaatlich befördert). Da jedes in einem Schlachthof getötete Tier zumindest einer Beförderung dorthin unterlag (viele wurden jedoch schon zuvor ein oder mehrere Male transportiert), bieten die unionsweiten Schlachtzahlen immerhin eine gute Orientierungshilfe: In den Schlachthäusern der EU werden jährlich rund 300 Millionen Säugetiere sowie eine immense Anzahl Geflügel - allein in Grossbritannien rund 500 Millionen – zu Nahrungszwecken getötet.

Ähnlich wie die Zahl der beförderten Tiere nahmen in den letzten Jahrzehnten auch die zurückgelegten Distanzen in drastischer Weise zu. Ferntransporte über 3000 Kilometer sind heutzutage keine Seltenheit, wobei die Fahrtdauer mehrere Tage betragen kann - trotz des durch den freien Binnenmarkt bedingten Wegfalls der teilweise sehr langen Wartezeiten an den unionsinternen Grenzstellen. Exemplarisch sei hierzu auf von Schottland bis nach Griechenland führende Schaftransporte sowie Beförderungen deutscher Kälber nach Spanien verwiesen. Viele der in die EU eingeführten Tiere sind zudem bereits seit Stunden oder Tagen - und unter bisweilen misslichen Bedingungen - unterwegs, bevor sie das Gemeinschaftsgebiet überhaupt erst erreichen. Dies gilt beispielsweise für Pferde, die aus Sibirien nach Frankreich bzw. Italien transportiert, oder für Rindvieh aus Russland, die bis auf die Kanarischen Inseln befördert wird.

Noch viel länger - und beschwerlicher - wird die Reise gar, wenn Schlachttiere nach ihrer Ankunft in den nördlichen Mittelmeerhäfen in mehrstöckige Frachtschiffe verladen und nach Nordafrika oder in den Nahen Osten befördert werden, wobei die Überfahrt noch einmal mehrere Tage, manchmal auch Wochen, dauert. Nicht selten werden die Tiere nach ihrer Ankunft in den Bestimmungshäfen erneut auf Lastwagen verladen und in noch fernere Länder (wie Jordanien, Saudi-Arabien, Jemen oder den Iran) weitertransportiert.

Obschon Flugzeuge schnelle Verkehrsmittel darstellen, sind Transporttiere aber auch im internationalen Luftverkehr aufgrund langer Wartezeiten, Umladungen etc. oft tagelang (und ebenfalls unter teilweise inakzeptablen Umständen) unterwegs. Erhebliche Verzögerungen können aus operationellen Gründen, so etwa im Zusammenhang mit ungeplanten Transportunterbrüchen oder kurzfristigen Flugzeugwechseln, entstehen (beispielsweise wenn Anschlussflüge verpasst werden und die Tiere unbeachtet stunden- oder gar tagelang in ihren geschlossenen Transportbehältern verbleiben). Missstände wie Falschdeklarationen der Tierart, untaugliche bzw. überbelegte Transportbehälter oder ein bezüglich Hitze, Kälte, Ventilation, Dauer etc. ungeeignetes Beförderungsumfeld kommen jedoch meist nur zufällig ans Licht, wurden in den letzten Jahren aber beispielsweise wiederholt im Zusammenhang mit der - meist illegalen - Beförderung exotischer (und nicht selten durch das CITES geschützter) Tiere aufgedeckt. Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem auch der Beförderung wild gefangener Tiere (namentlich Primaten), die zu Versuchszwecken in die westlichen Staaten geflogen werden. Tierschutzrelevante Schwierigkeiten treten überdies beim Lufttransport von Tieren auf, die zum menschlichen Verzehr bestimmt sind. Zu denken ist etwa an Hummer oder Langusten, die in Schaumpolystyrolkisten mit Kühlelementen bei narkotisierenden Temperaturen befördert werden.


 

Botschaften
 
Hunde-Recht
 
Kuriosa
Python frass vier Golfbälle

BRISBANE -Schlangen können bekanntlich erstaunlich grosse Happen verschlingen. Aber einem Python in Australien wurde seine Gier fast zum Verhängnis. Auf der Jagd in einem Geflügelgehege hielt das Tier vier Golfbälle für Hühnereier und schluckte sie hinunter.... weiter
 
 
Specials
Schräge Spots
Unsere beliebte Internetrubrik "Schräge Spots" wurde wieder einmal um einige lustige Tierfilmchen erweitert. Sie umfasst mittlerweile weit über 200 Kurzfilme, in denen Tiere die Hauptrolle spielen. Mögen die - wiederum nicht ernst gemeinten - Spots Ihnen hoffentlich mehr als einmal ein herzhaftes Lachen abgewinnen! weiter
tierschutz.org empfehlen
An (E-mail):
Von (E-mail):
Text: