Die enorme Zunahme der heutigen Transportzahlen, -zeiten und -distanzen sowie die Verschärfung der damit verbundenen Tierschutzproblematik sind auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Einerseits wachsen die Bestände im Rahmen einer immer umfangreicheren industriellen Tierproduktion stetig, was selbstredend zu einem Anstieg der Beförderungen zu den Verarbeitungsbetrieben führt. Die zunehmende Spezialisierung der Landwirtschaft und Zentralisierung der Schlachthöfe bedingen andererseits zunehmend Transporte über grössere Entfernungen. Viele moderne Agrarbetriebe haben sich auf die blosse Zucht von Ferkeln, Kälbern oder Küken spezialisiert. Nur wenige Tage oder Wochen nach der Geburt werden die Tiere dann bereits über teilweise sehr weite Strecken in Grossmästereien oder Eierproduktionsbetriebe gebracht, um nach Beendigung der Mast oder einer kurzen Legeperiode von neuem in die Schlachthöfe transportiert zu werden. Während bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs die Schlachtung beim Dorfmetzger die Regel darstellte, verschwand diese Praxis im Zuge einer in den sechziger Jahren einsetzenden Planungseuphorie im Schlachtgewerbe zunehmend. Viele der neu errichteten Betriebe erwiesen sich jedoch bald als zu wenig ausgelastet. Auf Unionsebene ist die heutige Konzentrierung nicht zuletzt eine direkte Folge hoher baulicher und hygienischer Anforderungen an die Schlachtanlagen, die viele kommunale Kleinbetriebe nicht zu erfüllen vermögen. Da die Tiere dort nicht mehr geschlachtet werden dürfen, muss man sie zu überregionalen Anlagen transportieren, die zwar den EU-Bestimmungen entsprechen, dafür aber mitunter Hunderte von Kilometern vom Aufzuchtsort entfernt liegen.
Für das enorme Transportvolumen sind aber insbesondere auch finanzielle Aspekte ausschlaggebend. Um ihre Kapazitäten auszulasten, sind Grossschlachtbetriebe zunehmend auf Zulieferungen aus teilweise weit entfernten Staaten angewiesen. Aufgrund des starken Verdrängungswettbewerbs im Schlachtgewerbe bieten namentlich südeuropäische Niedriglohnländer durch eine attraktive Preispolitik Anreiz zur Beförderung von Schlachttieren, indem sie diese sowohl in den nördlichen EU-Staaten als auch in osteuropäischen und südamerikanischen Nationen billig einkaufen, um mit den daraus fabrizierten Fleischprodukten in der Union hohe Profite zu erwirtschaften. Der Hauptteil der europäischen Nutztiere wird in spezialisierten Betrieben besonders viehdichter Länder und Regionen, wie Dänemark, Norddeutschland, Belgien, den Niederlanden oder Westfrankreich, gehalten. So leben beispielsweise zwei Drittel der Schweinepopulation der EU in Deutschland, Dänemark, Frankreich und den Niederlanden. Südamerikanische und osteuropäische Staaten (insbesondere Russland) eignen sich aufgrund ihrer riesigen Landflächen zur extensiven Bewirtschaftung, d.h. zur Rindvieh- und Pferdezucht. Da in diesen Gebieten der Markt nur ungenügend spielt, sind die Tierpreise entsprechend tief. Ausserdem zwingen wirtschaftliche Gründe die Erzeugerländer, beispielsweise Schlachtpferde gegen Devisen zu exportieren. Doch auch für "regionale" Fleischmarken werden Schlachttiere bisweilen über enorme Distanzen in südeuropäische Länder befördert. Bekannte Beispiele hierfür sind etwa die Produktion von italienischem Parmaschinken, wofür insbesondere Schweine aus den Niederlanden nach Norditalien transportiert werden oder von südfranzösischen "Agneau de Sisteron", das vorwiegend aus britischen Schafen erzeugt wird.
Die Transportkosten sind zudem derart gesunken, dass diese aus wirtschaftlicher Sicht heute selbst den Aufwand für Beförderungen über Tausende von Kilometern rechtfertigen, da am Bestimmungsort höhere Vermarktungserlöse erzielt werden können. Aufgrund der unterschiedlichen Erlöse, die ein Landwirt (bzw. Händler oder Transporteur) je nach Abnehmer erzielt, werden Tiere primär den meistbietenden Schlachtbetrieben zugeliefert, wobei enorme Gewinne erwirtschaftet werden können. Wenig erstaunlich ist vor diesem Hintergrund auch die Intention vieler Transporteure, möglichst viele Tiere auf engem Raum zu befördern. Überdies wird das internationale Tiertransportwesen durch die Förderung des freien Warenverkehrs, den Wegfall der EU-Binnengrenzen und die fortschreitende Internationalisierung der Märkte angeregt, sodass der Handel mit Nutz- und Schlachttieren parallel zum europäischen Integrationsprozess stetig zunimmt.
Bereits vor den Zeiten des freien Warenverkehrs wuchs das Transportvolumen kontinuierlich an; so beispielsweise der innergemeinschaftliche Handel mit Ferkeln in der Zeitspanne zwischen 1988 bis 1992 von 2,6 auf 4,1 Millionen und jener mit Mastschweinen von 3,7 auf 4,4 Millionen (beide Zahlen zeigen weiterhin stark steigende Tendenz). Für den starken Anstieg von Exporten lebender Schlachttiere - insbesondere von Rindvieh - in Drittländer verantwortlich sind schliesslich auch die grosse Nachfrage in den Staaten Nordafrikas sowie des Nahen und Mittleren Ostens bzw. die Tatsache, dass die EU die Ausfuhr mit beträchtlichen Mitteln subventioniert. Ausserdem ist die Tierproduktion in verschiedenen östlichen Staaten nach der zu Beginn der neunziger Jahre erfolgten politischen Entspannung derart zurückgegangen, dass Drittstaaten, die bis dahin Lebendvieh aus diesen Ländern importierten, ihren Bedarf heute weitgehend mit Einfuhren aus der EU decken.