Tierschutz Tierwelt Tier & Recht Tierstraffälle Vollzug Bibliothek Links Unterhaltung

Spenden
Media Watch
Rechtsauskünfte
Radiospots
Ein Projekt der Stiftung für das Tier im Recht Stiftung für das Tier im Recht
Esel Rentier Pferd
>> Tierschutz / Einzelne Problembereiche / Landwirtschaftl. Nutztiere / Transport

Einleitung

Die Umstände, unter denen Tiere über riesige Distanzen transportiert werden, haben die Öffentlichkeit in den letzten Jahren stark bewegt. Im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Diskussion steht insbesondere das Schicksal von Schlachttieren, denen auf ihrer letzten Reise enorme Belastungen zugemutet werden und oftmals grosse Qualen widerfahren, was seit Anfang der neunziger Jahre in Medienberichten wiederholt dokumentiert wurde. Insbesondere die Fernsehbilder eng zusammengepferchter, erschöpfter und teilweise schwer verletzter Rinder, Pferde, Schweine, Schafe und Geflügeltiere, die oft tagelang unter entwürdigenden Bedingungen in ganz Europa unterwegs sind und schliesslich brutal aus den Transportmitteln und -behältern gezerrt werden, haben in der Öffentlichkeit enorme Proteste ausgelöst.

Leicht in Vergessenheit gerät dabei aber, dass neben Schlachttieren auch andere Tiergruppen (wie etwa Sport-, Ausstellungs-, Zucht- oder Zirkustiere) oft und teilweise ebenfalls über weite Strecken befördert werden. Ihres hohen Markt- oder ideellen Werts wegen wird diesen auf dem Transport in der Regel jedoch eine weit bessere Behandlung zuteil, wofür man weder Kosten noch Mühe scheut und modernste Beförderungstechniken einsetzt. Demgegenüber werden Nutz- und vor allem Schlachttiertransporte oft vernachlässigt; hier hat eine allein durch die finanzielle Bedeutung der Tiere geprägte Grundhaltung zur Folge, dass durch rohen Umgang oder unterlassene Pflege- und Schutzmassnahmen vermeidbare Leiden entstehen. Wie stark die Behandlung der Tiere von deren Nutzen für den Menschen abhängt, lässt sich am Transport von Pferden exemplarisch aufzeigen: Während kostbaren Sport- oder Zuchtpferden in der Regel eine vorbildliche individuelle Betreuung in optimal ausgestatteten Wagen (und nicht selten in Einzelboxen) zukommt, erfolgt die Beförderung von Schlachtpferden - wofür vorwiegend in südeuropäischen Ländern eine grosse Nachfrage besteht - unter bisweilen miserablen Bedingungen. Die Europäische Union ist der weltweit grösste Pferdefleischkonsument, wobei sie rund zwei Drittel der Tiere aus Drittstaaten einführt. Insbesondere für den italienischen und französischen Markt werden jährlich rund 150'000 Schlachtpferde aus östlichen Staaten bzw. per Schiff aus Südamerika (vor allem aus Uruguay und Argentinien) importiert. Durch die politische Umstrukturierung Osteuropas bedingt transportiert man Schlachtpferde überdies aber auch vermehrt aus noch weiter entlegenen Gebieten (so etwa aus Sibirien) in die Union, wobei Entfernungen von bis zu 5000 Kilometern zurückgelegt werden.

Das Tiertransportwesen berührt eine Vielzahl von Problembereichen. Einerseits sind für eine tierschutzgerechte Durchführung verschiedenste Einzelaspekte, wie etwa der Zustand der Tiere, die Beförderungsdauer, die Konstruktion und Ausstattung der Transportmittel, die Belegdichte oder einzuhaltende Versorgungsintervalle und Ruhezeiten zu beachten. Generell entscheidende Bedeutung kommt insbesondere einer verantwortungsvollen und schonenden Behandlung durch das beauftragte Transportpersonal zu - dies beginnt bereits bei der Vorbereitung der Tiere auf die Beförderung und endet mit der sorgsamen Verbringung am Bestimmungsort -, wobei für jede Tierart aufgrund deren spezifischen Grundvoraussetzungen andere Ansprüche gelten. Aus ethischer Sicht ist andererseits abzuwägen, ob überhaupt ein vernünftiger Grund dafür besteht, Tiere erheblichen Transportbelastungen auszusetzen. Ausserdem stellen sich die Fragen, ob die derzeitigen zoologischen Kenntnisse überhaupt genügen, um die physischen und psychischen Anstrengungen von Transporttieren hinreichend einzuschätzen, und ob die gesetzlichen Bestimmungen ausreichen, um ihnen einen angemessenen Schutz vor Schmerzen, Leiden und Schäden zu gewähren. Letztlich gilt es auch zu prüfen, wieweit bei Tierbeförderungen den Anliegen des Seuchenrechts (im Sinne einer Vermeidung der Übertragung von Krankheiten und Verbreitung von Epidemien) sowie des Verbraucherschutzes bezüglich der Qualität und Sicherheit der von Transporttieren stammenden Lebensmittel nachgekommen wird. Namentlich bei grenzüberschreitenden Transporten ist man insbesondere darauf bedacht, ein Einschleppen von Seuchen durch angesteckte Tiere zu verhindern. In der Praxis geschieht dies mittels administrativen Bewilligungsverfahren und Einfuhrverboten aus gewissen Herkunftsgebieten, d.h. durch Ursprungs- und Gesundheitszeugnisse von Veterinärbehörden und grenztierärztliche Kontrollen. Allen Vorsichtsmassnahmen zum Trotz werden durch Tiertransporte immer wieder Epidemien verbreitet. So wurde beispielsweise 1920 die Rinderpest mit indischen Zebus, die auf dem Weg nach Amerika in Antwerpen umgeladen wurden, nach Europa eingeschleppt oder die Schweiz 1956 infolge der Einfuhr verseuchter belgischer Schweine von der Maul- und Klauenseuche heimgesucht.


Bewertungskriterien:

Bedienung Bedienung

Ausführlichkeit Ausführlichkeit

Qualitätsanspruch Qualitätsanspruch

Radikal für die Tiere Radikal für die Tiere

Wertschätzung Wertschätzung

Lustfaktor  Lustfaktor

Nicht bewertet Nicht bewertet

Links zu diesem Thema

Animals Angels
Jährlich werden 50 Milliarden Tiere lebendig transportiert. Die Strecken ziehen sich über den gesamten Globus. Zwischen Herkunfts- und Bestimmungsland liegen in der Regel tausende Kilometer über Land und Meer. Sehr engagierte Deutsche Tierschutzgruppe die Tiertransporte begleitet und versucht für die Einhaltung der Regeln zu sorgen
Bedienung Ausführlichkeit Qualitätsanspruch Radikal für die Tiere Wertschätzung Lustfaktor

Heft Nutztierhaltung 1999
Internationale Gesellschaft für Nutztierhaltung IGN - Auswirkungen einer erhöhten Besatzdichte bei Legehennen; Einfluss des Managementsystems auf Wurfgrösse und Gewichtzunahme der Lämmer; partielles Zähnekneifen bei Saugferkeln; geruchliches Bewusstsein (Schlachthöfe und Transportfahrzeuge sollten gut gereinigt und ventiliert sein)
Bedienung Ausführlichkeit Qualitätsanspruch Radikal für die Tiere Wertschätzung Lustfaktor

IGTTS - Interessengemeinschaft für tierschutzkonforme Tiertransporte und Schlachthöfe
Interessengemeinschaft für tierschutzkonforme Tiertransporte und Schlachthöfe - Informationen zum Transport und zur Schlachtung, Ausbildungskurse für Tiertransporteure
Bedienung Ausführlichkeit Qualitätsanspruch Radikal für die Tiere Wertschätzung Lustfaktor

Kagfreiland - Kurze Transportwegen von Schlachttieren
Schlachttiere werden quer durch Europa gekarrt. Auch in der Schweiz werden Schlachttiere oft stundenlang umhergefahren, bevor sie endlich sterben dürfen - Alternativen
Bedienung Ausführlichkeit Qualitätsanspruch Radikal für die Tiere Wertschätzung Lustfaktor

Linkliste zum Tierschutz im Umfeld der Betäubung, Schlachtung und Tötung von Nutztieren
Zahlreiche Links von Dr. Ingrid-Schütt-Abraham zum Thema Tötung von Nutztieren: Behörden, Rechtsvorschriften, Transport, Betäubung, Schlachten, Schächten
Bedienung Ausführlichkeit Qualitätsanspruch Radikal für die Tiere Wertschätzung Lustfaktor



Literatur zu diesem Thema

Botschaften
 
Hunde-Recht
 
Kuriosa
Python frass vier Golfbälle

BRISBANE -Schlangen können bekanntlich erstaunlich grosse Happen verschlingen. Aber einem Python in Australien wurde seine Gier fast zum Verhängnis. Auf der Jagd in einem Geflügelgehege hielt das Tier vier Golfbälle für Hühnereier und schluckte sie hinunter.... weiter
 
 
Specials
Schräge Spots
Unsere beliebte Internetrubrik "Schräge Spots" wurde wieder einmal um einige lustige Tierfilmchen erweitert. Sie umfasst mittlerweile weit über 200 Kurzfilme, in denen Tiere die Hauptrolle spielen. Mögen die - wiederum nicht ernst gemeinten - Spots Ihnen hoffentlich mehr als einmal ein herzhaftes Lachen abgewinnen! weiter
tierschutz.org empfehlen
An (E-mail):
Von (E-mail):
Text: