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Tierschutz / Einzelne Problembereiche / Landwirtschaftl. Nutztiere / Transport / Transportbelastung / Stressoren
Menschliches Fehlverhalten
Wesentlicher Stellenwert kommt der Betreuung der Tiere durch die mit dem Transport beauftragten Personen zu. In der Praxis fehlt diesen jedoch nicht selten eine angemessene Ausbildung und damit das Verständnis für die Tiere, sodass artspezifische Verhaltensweisen und Reaktionen auf bestimmte Reize nicht erkannt bzw. tierliche Ausdrucksformen für
Schmerzen,
Leiden oder
Ängste falsch gedeutet werden. Die Folge hiervon ist eine oftmals unsachgemässe und mitunter brutale Behandlung, wobei zur schlechten Fachausbildung häufig auch noch mangelndes Wohlwollen und eine ungenügende Motivation des Transportpersonals hinzu kommen. Dieses zeigt bisweilen derart wenig Sensibilität gegenüber den ihm anvertrauten Tieren zeigt, dass offensichtliche Quälereien zutage treten. Der Umstand, dass Transportschäden in der Regel keine wirtschaftlichen Folgen für die an der Beförderung beteiligten Personen haben, führt nicht selten dazu, dass den Tieren eine rohe Behandlung zukommt. Obwohl beispielsweise hinreichend bekannt ist, dass das Ver- und Entladen einen Hauptbelastungsfaktor bedeutet, muss hierbei immer wieder unnötige, erschreckend rohe Gewalt festgestellt werden. Statt ruhig und schonend - so ist beispielsweise beim Treiben von Schweinen und Rindvieh in besonderer Weise darauf Rücksicht zu nehmen, dass die Tiere sich langsamer vorwärts bewegen als der Mensch und über ein geringeres räumliches Sehvermögen verfügen - erfolgt das Auf- und Abladen oft unter Zeitdruck und in lauter, hektischer Atmosphäre mit Hilfe von Zwangsgeräten wie Schlagstöcken oder elektrischen Treibhilfen. Obschon der Verladevorgang durch ruhiges und sachkundiges Personal nicht nur schonender, sondern erwiesenermassen auch weit speditiver durchgeführt wird, werden die Tiere in der Praxis häufig verängstigt und nicht selten offenkundig misshandelt. Zu verurteilen sind beispielsweise Schläge und Stösse auf besonders empfindliche Körperteile wie Augen, Nase oder Genitalien, das Anbinden von Hörnern, Nasenringen oder Gliedmassen, das Brechen, Drehen oder Quetschen des Schwanzes oder das Verwenden von Elektrotreibern. Der Einsatz elektrischer Treibhilfen stellt grundsätzlich eine massive Tierschutzwidrigkeit dar. Untersuchungen bei Schlachtschweinen lassen ausserdem darauf schliessen, dass den Tieren immer wieder dünne Gegenstände (vermutlich Treibstöcke) gewaltsam in den After gestossen werden, um sie vorwärts zu bewegen. Auch während der Beförderung bleibt den Tieren eine rücksichtsvolle Betreuung häufig verwehrt, indem man ihnen etwa vorgesehene Ruhezeiten nicht gewährt oder sie nur ungenügend bzw. überhaupt nicht versorgt. Erwiesenermassen werden Transporttiere auf internationalen Beförderungen mitunter tagelang weder betreut noch gefüttert und getränkt. Weitere auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführende Stressoren sind beispielsweise schlechte Verladetechniken, ungeeignete Transportmittel und -behälter sowie deren Überbelegung. Transportfahrzeuge und -behälter müssen so konstruiert sein, dass sich die Tiere nicht verletzen können und ihre Sicherheit gewährleistet ist. Immer wieder muss auch eine derbe und ungleichmässige Fahrweise beobachtet werden, obschon hinreichend bekannt ist, dass Tiertransporte einen besonders rücksichtsvollen Fahrstil erfordern, da dieser häufig mitverantwortlich dafür ist, in welchem Zustand die Tiere den Bestimmungsort erreichen. Weil bestimmte Tierarten auf eine ungleichmässige Fahrweise äusserst empfindlich reagieren, ist diese oft Ursache für Verletzungen. So bemühen sich etwa Rinder oder Schafe während des gesamten Transports, stehend das Gleichgewicht zu halten und die Fahrbewegungen auszupendeln. Bei abruptem Beschleunigen oder Abbremsen sowie in Kurven verlieren sie leicht den Halt, fallen ineinander oder zu Boden, um sich danach sofort wieder aufzurichten und um einen ausbalancierten Stand zu bemühen.