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>> Tierschutz / Einzelne Problembereiche / Landwirtschaftl. Nutztiere / Transport / Transportbelastung / Auswirkungen

Ökonomische Folgen

Die verschiedenen Belastungsfaktoren haben nicht nur nachteilige Auswirkungen auf die Tiere, sondern auch beträchtliche wirtschaftliche Konsequenzen. Neben teilweise hohen Ausfallquoten führen Transportstress und unsachgemässe Behandlung auch zu einer Wertverminderung tierischer Erzeugnisse. Zu denken ist hierbei an beschädigte Häute - die nicht selten erhebliche stich- und kratzerförmige Verletzungen oder offene Risse aufweisen, was auf den Einsatz von Treibhilfen schliessen lässt - für die Lederproduktion. Vor allem aber kommen drastische stoffwechselbedingte Qualitätsmängel bei Rind- und Schweinefleisch vor. Angst und Panik bewirken bei Transporttieren eine Hormonausschüttung, die letztlich zu sog. DFD- oder DCB-Fleisch bei Schweinen und Rindvieh und insbesondere zu PSE-Fleisch bei Schweinen führt. Die Abkürzung DFD (dark, firm, dry) bezeichnet Fleisch, das durch einen abartigen Geschmack und nur geringe Haltbarkeit charakterisiert ist. Das Fleisch ist zu mager, wird beim Anbraten "leimig" bzw. zäh und verdirbt zudem auch bei Kühltemperaturen schnell. DFD-Fleisch kann grundsätzlich in allen Schlachtkörpern auftreten, in der Praxis kommt es aber vor allem bei Rindvieh und gelegentlich bei Schweinen vor. Das sog. Dark Cutting Beef (DCB) ist die am häufigsten festgestellte Qualitätsabweichung bei Rindfleisch und hat seine Ursache neben Transportstressoren auch in den Schlachtvorgängen, Rangkämpfen und im besonderen Aufsprungverhalten der Tiere. Für PSE-Fleisch (pale, soft, exudative) typisch ist sein stark vermindertes Safthaltevermögen (während es sich beim Kauf kaum von anderem Fleisch unterscheiden lässt, verliert es beim Anbraten wesentlich an Grösse).

PSE-Fleisch ist aber nicht nur das Resultat schlechter Transportbedingungen, sondern kann auch durch die Behandlung der Tiere im Schlachthof und den Betäubungsvorgang verursacht werden, wobei eine genaue Aufteilung der Ursachen nicht möglich ist. Untersuchungen haben ergeben, dass bei einer unmittelbaren Schlachtung von weniger als eine Stunde transportierten Schweinen bei wesentlich mehr Tieren PSE-Fleisch zu verzeichnen ist als nach längeren Beförderungen. Erwiesen ist ausserdem, dass bei Mastschweinen der PSE-Anteil mit rund 55 Prozent am höchsten ist, wenn sich beim Transport nicht alle Tiere gleichzeitig niederlegen können, d.h. einige während der ganzen Beförderung stehen oder sitzen müssen, was für Schweine über lange Dauer eine erhebliche Belastung darstellt. Wird den Tieren neben dem Platz zum Niederlegen zusätzlich noch etwas freier Raum zur Verfügung gestellt, vermindert sich der PSE-Anteil weiter.

Daneben können auch lokale Verminderungen der Fleischqualität (wie Bisswunden oder durch Prellungen und Schläge verursachte Blutungen) auftreten, die teilweise erhebliche Verluste an essbarem Gewebe zur Folge haben. Die örtlichen Qualitätsverminderungen können dabei bis zur Ungeniessbarkeit des ganzen Schlachtkörpers führen. Gesamthaft werden in der EU bei jedem vierten Schlachtschwein transportbedingte Fleischqualitätsmängel registriert.


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