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Transportmittel

Als Beförderungsmittel kommen grundsätzlich Strassenfahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge oder die Eisenbahn in Betracht. Der weitaus grösste Teil der Tiere wird heutzutage aber mit Lastwagen oder Pkw-Anhängern transportiert, da die grosse Flexibilität von Automobilen insbesondere eine direkte Zulieferung an den Bestimmungsort erlaubt. In der Praxis werden dabei bis zu vierstöckige Transportwagen mit mobilen Böden eingesetzt, die sich hydraulisch heben und senken lassen. Aus tierschützerischer und seuchenpolizeilicher Sicht sind Strassentransporte jedoch vor allem infolge ihres hohen Belastungsgrads für die Tiere sowie der durch die freie Routenwahl eingeschränkten Kontrollierbarkeit problematisch.

Anderen Transportarten kommt heute vergleichsweise geringe Bedeutung zu, obwohl namentlich die Bahnbeförderung für die Tiere erwiesenermassen weit schonender wäre. Die Gründe hierfür liegen in meist geringeren Steigungen und Gefällen, flacheren Kurven und insbesondere in einer gleichmässigen, ruhigeren Fahrweise, die - zusammen mit der Schienenbindung - die Tiere vor Erschütterungen weit besser schützt als die Beförderung in Lastwagen. Untersuchungen haben ergeben, dass Strassentransporte von Rindvieh und Schweinen doppelt so hohe und bei Schafen gar viermal höhere Verlustraten aufweisen als entsprechende Beförderungen per Bahn. Es muss jedoch auch bedacht werden, dass praktisch jedem Schienentransport weitere Beförderungen per Lastwagen voraus- und nachgehen, die mit den üblichen Belastungen verbunden sind. Schiffe bieten insbesondere seuchenpolizeiliche Vorteile (so können sie bei langen Reisen als Quarantänestationen dienen), sind aber relativ langsame Transportmittel. Mit fortwährender Dauer von Schiffstransporten nehmen ausserdem Versorgungsprobleme zu. Während Schiffe vor allem bei interkontinentalen Expedierungen noch regelmässig zum Einsatz gelangen, spielen sie innerhalb Europas nur eine untergeordnete Rolle. In die Schlagzeilen gerieten in den letzten Jahren insbesondere mehrwöchige Schiffstransporte europäischer Rinder und Schafe in den Nahen Osten. Daneben werden aber beispielsweise auch Tiere aus Nord- und Südamerika auf dem Seeweg nach Europa importiert. Bekannt sind auch die langen Schiffstransporte australischer Schafe, die alljährlich für das Osterfest in den Mittleren und Nahen Osten gebracht werden. Allein 1995 wurden fünfeinhalb Millionen Schafe unter aus tierschützerischer Sicht untragbaren Umständen auf die dreiwöchige Reise nach Jordanien, Kuwait, Oman, Bahrain oder in die Vereinigten Arabischen Emirate geschickt. Manche Schiffe vermögen weit mehr als 100'000 Tiere aufzunehmen, wobei allein das Verladen mehrere Tage dauert. Die jährlichen Ausfälle betragen rund 200'000 Tiere, die während des Transports verhungern oder an Hitzeschlägen, Erkrankungen und anderen Beschwerden sterben. Für besonderes Aufsehen sorgte im September 1996 die Mannschaft eines panamaischen Frachters, die ihr Schiff auf dem Weg von Fremantle nach Akaba fluchtartig verliess, nachdem Feuer an Bord ausgebrochen war. Über 67'000 Schafe wurden ihrem Schicksal überlassen und zu Tode getrampelt, verbrannten, erstickten im Rauch oder ertranken im Indischen Ozean.

Für weite Distanzen werden zunehmend auch Flugzeuge verwendet, weil damit nahezu jede Destination relativ schnell erreicht werden kann. In grossen Ländern mit ungenügenden Strassen- und Schienenverbindungen werden schon seit Jahrzehnten ganze Viehherden auf dem Luftweg transportiert. Der Lufttransport ist jedoch teuer und mit verschiedenen technischen Problemen verbunden. Um den Lufttransport von Tieren überhaupt zu realisieren, sind unter anderem hohe Anforderungen bezüglich Klima und Temperatur zu erfüllen. So ist vor allem darauf zu achten, dass die Laderäume den Druckausgleich sowie eine Temperaturregelung und angemessene Belüftung zulassen. Grössere Tierbeförderungen sollten nur in eigens dafür eingerichteten Spezialflugzeugen durchgeführt werden.


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