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Tierschutz / Einzelne Problembereiche / Landwirtschaftl. Nutztiere / Schlachtung / Schächten
Einleitung
Unter dem Schächten ist eine ursprünglich altorientalische Schlachtform zu verstehen, wobei die Tiere mittels eines fachgerechten Halsschnitts bzw. durch die anschliessende Entblutung getötet werden. Der rituellen Handlung, die heute namentlich von Anhängern jüdischen und islamischen Glaubens nach religionsgesetzlichen Vorschriften und Traditionen praktiziert wird, kommt erhebliche Tierschutzrelevanz zu, da sie in der Regel ohne vorherige
Narkose erfolgt, was für die Tiere enorme Qualen bedeuten kann. Neben Juden und Muslimen praktizieren auch verschiedene orientalische Völker (so beispielsweise die Kopten), afrikanische Stämme oder die Sikhs das Schächten. Entstanden ist die Tradition vermutlich aus uralten heidnischen Bräuchen in Ägypten, von wo aus sie die Israeliten vor dem Exodus in mehr oder weniger unveränderter Form übernommen und weitergeführt haben dürften. Die älteste bekannte Darstellung einer rituellen Schlachtszene geht ca. auf das Jahr 3200 v.Chr. zurück und befindet sich an einer Grabwand von Hierakonpolis in Oberägypten. Aus dem altjüdischen Kulturgut ist das Schächten schliesslich auch in den Islam übergegangen
Vor allem aufgrund unterschiedlicher religionsphilosophischer Anschauungen stellte das Schächten in der Geschichte des Tierschutzes immer schon einen der umstrittensten Bereiche überhaupt dar. Die gesellschaftliche Diskussion über die äusserst vielschichtige Problematik setzte gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein, als die Betäubung von Schlachttieren zunehmende Verbreitung fand, und wird seither besonders in deutschsprachigen und skandinavischen Ländern sowie in Grossbritannien mehr oder weniger intensiv - und emotional - geführt.
Literatur zu diesem Thema
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