So erhöhten sich einerseits zwischen 1800 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs beispielsweise in Deutschland die Bestände in der Schweinezucht um 650 Prozent und bei Ziegen gar um über 1000 Prozent. Bei Rindvieh verdoppelten sich die Bestände immerhin, während einzig bei Schafen seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts infolge des Exports aus überseeischen Wollproduktionen ein Bestandsrückgang zu verzeichnen war. Anderseits gelang es beispielsweise zwischen 1800 und 1875, das durchschnittliche Schlachtgewicht bei Kühen und Ochsen von 100 auf 190 Kilogramm (bei gleichzeitiger Verkürzung der Mastzeit) und die Milchproduktion um rund 75 Prozent zu erhöhen. Durch die nunmehr staatlich geförderte Landwirtschaft konnte die Versorgung der ständig wachsenden Bevölkerung mit ausreichenden und kostengünstigen Agrarerzeugnissen bis ins 20. Jahrhundert hinein gewährleistet werden.
Im selben Masse wie die Agrarrevolution für die Verbesserung der dramatischen Ernährungssituation bedeutend war, erwies sie sich für die eingesetzten Nutztiere als verhängnisvoll. Mit der Produktionserhöhung verbunden war einerseits der Wandel von der extensiven Weide- zur ganzjährigen Stallhaltung, um Landflächen für den Anbau zu gewinnen und die Ernten durch das systematische Aufbringen des anfallenden Dungs auf die Felder zu steigern. Anderseits hatte die enorm zunehmende Beanspruchung der Tiere als Arbeitshilfen (insbesondere Pferde und Rindvieh zum Ziehen von Erntegeräten sowie zum Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse) und Nahrungsmittellieferanten ihre Abwertung zu Objekten des Massenkonsums zur Folge.
Bedienung
Ausführlichkeit
Qualitätsanspruch
Radikal für die Tiere
Wertschätzung
Lustfaktor
Nicht bewertet