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Mastrinder und Milchkühe

Als Mastrinder gelten Bullen und Färsen (d.h. junge Kühe vor dem ersten Kalben), soweit sie nicht für die Zucht vorgesehen sind, sowie Ochsen, nicht aber Kälber und Kühe, die nach der Zuchtnutzung ausgemästet werden sollen. In einigen Staaten ist neben der Intensivhaltung auch die Weidemast von Rindvieh verbreitet, in vielen anderen (so beispielsweise in der Schweiz) jedoch praktisch bedeutungslos.

Auch die meisten Mastrinder verbringen ihr ganzes Leben (d.h. die etwa 18 Monate dauernde Mastzeit) auf Spaltenböden und in nahezu völliger Bewegungs- und Reizarmut. Ausgewachsene Bullen werden angebunden oder in engen Gruppen gehalten, wobei den bis zu 650 Kilogramm schweren Tieren häufig nicht mehr als zwei Quadratmeter Platz geboten wird, was nur knapp für ein ungehindertes Hinlegen ausreicht.

Weit verbreitet ist die Anbindehaltung auch bei Milchkühen, wobei der sog. Kurzstand dominiert und die Tiere häufig mit den Hinterbeinen auf Gitterrosten oder scharfen Kanten stehen. Zur Verringerung der Produktionskosten werden die Liegeflächen nur wenig eingestreut; oftmals müssen sich die weiche Unterlagen bevorzugenden Tiere auch mit Gummimatten begnügen. Wie bei Mastkälbern und -rindern ist die Bewegungsaktivität von Milchkühen auf das Aufstehen und Niederlegen beschränkt, wobei die Tiere aus Platzmangel oft gezwungen sind, sich entgegen ihrem natürlichen Verhalten wie Pferde (d.h. zuerst mit den Vorderbeinen) aufzurichten.

Um artspezifische - einer rentablen Produktion jedoch abträglicher - Verhaltensweisen zu unterbinden, werden verschiedene Zwangsvorrichtungen eingesetzt. Zu denken ist etwa an Schmerz verursachende Geräte (wie insbesondere über dem Futterplatz installierte Querstangen oder am Kopf der Tiere angebrachte Instrumente) zur Vorbeugung gegen das "Futterwerfen", das dem natürlichen Verhalten vieler Kühe entspricht, jedoch Futterverluste, Verunreinigungen im Stall sowie Beeinträchtigungen der Funktionstätigkeit der Kotroste zur Folge hat. Ähnlich problematisch ist der Einsatz des sog. Kuhtrainers, der die Tiere beim Absetzen der Exkremente durch Stromstösse in eine vorbestimmte Position zwingt. Aus Gründen der Arbeitsersparnis (aber auch zur Vorbeugung von Klauenerkrankungen) werden Milchkühe hierbei konditioniert, ihre Exkremente nicht ummittelbar hinter den Beinen auf der Liegefläche, sondern auf einem speziellen Kotrost abzusetzen. Über dem Rücken der Tiere wird daher ein mit Strom geladener Metallbügel angebracht, der den Kühen jeweils einen elektrischen Schlag versetzt, wenn sie vor dem Harnen oder Koten in charakteristischer Weise ihren Rücken wölben und mit dem Bügel in Berührung kommen. Als Folge davon treten die Tiere automatisch einen Schritt zurück, sodass die Extremente beim Absetzen auf den Kotrost fallen, von wo aus sie dann automatisch zum Güllebehälter geschwemmt werden. Mit dem sog. Trockenliegetrainer will man Kühe ausserdem durch Lärmsignale und ebenfalls durch Stromimpulse daran hindern, sich in feuchten Stallbereichen hinzulegen.


Literatur zu diesem Thema

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