Die Haltung der Mastkälber wird in der Regel durch eine (die völlige Isolierung der sozialen Tiere bewirkende) Dunkelhaltung in engen Stallabteilen dominiert. Die Jungtiere werden unmittelbar oder wenige Tage nach der Geburt abgesetzt, um eine möglichst rasche Wiedereingliederung der Muttertiere in den Ablauf der Milchproduktion sicherzustellen, wobei die Massnahme sowohl für die Kühe als auch für die Kälber einen erheblichen Eingriff in ihr angeborenes Sozialverhalten darstellt. Anschliessend werden die Kälber meist in spezielle Mastbetriebe verlegt und dort in schmale Holz- oder Metallboxen gezwängt, die ihnen ein Umdrehen und bequemes Hinlegen oftmals verunmöglichen. Die Unterlage besteht in der Regel aus nicht eingestreuten sog. Spaltenböden, d.h. Holz-, Metall- oder Betonrosten, wodurch die Ausscheidungen der Tiere direkt in eine Jauchegrube fallen bzw. getreten werden (was für das Stallpersonal dank des Entfallens der Notwendigkeit ständigen Ausmistens eine beträchtliche Arbeitserleichterung darstellt). Da die Milch der Mutterkühe in erster Linie für menschliche Bedürfnisse Verwendung findet, werden die Kälber mit sog. Milchaustauscher, d.h. einer industriell hergestellten Nährstofflösung - die vorwiegend aus Magermilchpulver, Fett und Mineralstoffmischungen besteht, daneben aber auch Antibiotika und Vitaminergänzungen enthält - gefüttert. Weil die Tiere in der Regel nur ungenügend oder überhaupt nicht mit Trinkwasser versorgt werden, nehmen sie viel mehr Milchaustauscher zu sich als normal (zudem werden die Ställe nicht selten übermässig geheizt, um die Tiere noch durstiger zu machen). Durch die bewegungs- und reizarme Haltung zusätzlich unterstützt führt die unnatürliche Ernährung zu einer schnellen Gewichtszunahme und verkürzt somit die Mastdauer erheblich. Nach spätestens einem halben Jahr haben die Jungtiere ihr Schlachtgewicht von 250 Kilogramm erreicht – rund doppelt so schnell, wie wenn sie sich artgemäss bewegen und angemessenes Futter aufnehmen könnten. Nicht selten haben die Tiere bis zum Transport in den Schlachthof das Tageslicht nie gesehen und nicht einmal gelernt, richtig zu gehen.
Die Versorgung mit Milchaustauscher dient nicht nur einem raschen Wachstum, sondern auch der Erzeugung des vom Konsumenten bevorzugten hellen Kalbfleischs. Infolge der weit verbreiteten Auffassung, die Fleischfarbe stelle ein spezifisches Qualitätsmerkmal dar, enthält das Nahrungsgemisch praktisch kein Eisen und Raufutter, sodass sich das Vormagensystem der Tiere nicht entwickeln kann (die Versorgung der Kälber mit ballaststoffreichem Raufutter ist für die Entwicklung der Vormägen und das Einsetzen der Wiederkäuertätigkeit zur Verdauung unerlässlich). Zudem wird ein künstlicher Mangel an roten Blutkörperchen erzeugt, der zur hellen Färbung führt. Um sich die fehlenden Spurenelemente zu beschaffen, versuchen die Kälber alles Erreichbare - insbesondere Eisenteile - zu belecken, weshalb man ihnen nicht selten Maulkörbe anlegt. Gelegentlich ist auch zu beobachten, dass die Gitterstäbe der Mastkalbbox mit Gummischläuchen umwickelt werden, um eine Eisenaufnahme zu verhindern. Zu einer hellen Fleischfarbe kann im Übrigen auch die Beigabe von Kupfer ins Tierfutter beitragen. Die Ansicht, dass helles Kalbfleisch allgemein gesünder und wertvoller sei als dunkles, ist jedoch nachweislich unzutreffend und nichts anderes als eine gezielte Verbrauchertäuschung. In Wahrheit hat die Eisenversorgung gar keinen Einfluss auf die Zartheit des Kalbfleischs, die einzig vom Alter des Tieres - und nicht von seiner Farbe - abhängt.