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>> Tierschutz / Einzelne Problembereiche / Landwirtschaftl. Nutztiere / Moderne Intensivtierhaltung / Folgen / Auswirkungen auf die Tiere / Weitere Auswirkungen

Ökologische Aspekte

Vorab stellen die immensen Nutztierbestände eine schwerwiegende Belastung für den globalen Naturhaushalt dar und verursachen eine Reihe von Boden-, Gewässer- und Luftverschmutzungen. Hinreichend bekannt ist etwa der Umstand, dass die Gewinnung von Land für Weideflächen und Futtermittelmonokulturen eine der Hauptursachen für die Zerstörung des tropischen Regenwalds bedeutet. Der globale Waldbestand nimmt jährlich um 340'000 Quadratkilometer ab, was mehr als der achtfachen Fläche der Schweiz entspricht. Für jeden konsumierten Hamburger werden umgerechnet sieben Quadratmeter tropischen Regenwalds geopfert (wobei allein der weltgrösste Fast-Food-Konzern jede Sekunde 140 Hamburger absetzt). Riesige Erdflächen werden auf diese Weise bereits nach wenigen Jahren massloser Übernutzung unwiederbringlich in ausgelaugte Steppen verwandelt. Dürre- und Flutkatastrophen sowie das tägliche Anwachsen der Wüsten um rund 20'000 Hektar werden dadurch genauso beschleunigt wie etwa die Vertreibung und Ausrottung der letzten Naturvölker. Die Erosion ist bereits so weit fortgeschritten, dass weltweit rund ein Drittel des fruchtbaren Bodens aufgrund der intensiven Landwirtschaftsformen nicht mehr genutzt werden kann. Täglich werden 86 Millionen Tonnen Mutterboden weggeschwemmt (was mehr ist, als in tausend Tagen wieder neu entstehen kann), wovon 85 Prozent zulasten der Fleisch- und Milcherzeugung gehen. Von den restlichen Weideflächen sind ausserdem rund drei Viertel überstrapaziert.

Wenngleich auch die Weidehaltung zu einem beträchtlichen Verlust an fruchtbarem Boden führt - auf einem Hektar Land, auf dem man umgerechnet fünfzig Kilogramm Rindfleisch produziert, liessen sich eine Tonne Kirschen, vier Tonnen Äpfel oder gar zehn Tonnen Tomaten erzeugen – ist sie unter tierschützerischen Gesichtspunkten den industriellen Haltungsmethoden natürlich vorzuziehen. Die intensive Tiermast fördert zudem den Treibhauseffekt; und zwar einerseits durch das beim Abbrennen der Wälder frei gesetzte CO2 und anderseits durch das von den rund 1,3 Milliarden etwa einen Viertel der festen Erdoberfläche beweidenden Rindern und Kälbern bei der Verdauung ausgestossene - und für die Umwelt noch weit schädlichere - Methangas, dessen Gesamtbelastung für die Atmosphäre höher ist als jene von Autos ohne Katalysatoren. Jedes Rind produziert täglich rund 200 Liter Methan; weltweit wird der Methanausstoss von Kühen auf jährlich 100 Millionen Tonnen beziffert, was insgesamt einen Anteil von 12 Prozent am Methangehalt der Atmosphäre bedeutet. Jedes konsumierte Steak verursacht daher in der Atmosphäre denselben Erwärmungseffekt wie eine vierzig Kilometer weite Fahrt in einem Durchschnittsauto.

Überhöhte Viehbestände und eine weitgehend bodenunabhängige Produktion mit fehlenden Acker- und Grünlandflächen führen überdies zu einem drastischen Entsorgungsproblem für die in riesigen Mengen anfallende Jauche. Eine Milchkuh scheidet täglich rund 35 Liter Harn und Kot aus, sodass beispielsweise allein die in Deutschland gehaltenen Tiere jedes Jahr 250 Millionen Tonnen produzieren, was rund drei Tonnen pro Einwohner entspricht. Gesamthaft ist die Abwässermenge aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung rund viermal so hoch wie jene aus allen Haushaltungen zusammen und das Gewässerverschmutzungspotenzial einer einzigen Milchproduktionseinheit mit jenem einer Kleinstadt zu vergleichen. Der als sog. Wirtschaftsdünger auf den Feldern ausgebrachte Flüssigmist kann nur zu einem kleinen Teil von den Pflanzen aufgenommen werden, sodass er nicht nur den Boden zerstört, sondern auch das Grundwasser mit Nitrat, Schwermetallen und Mineralien verschmutzt, was letztlich zu einer Schadstoffbelastung von Flüssen und Seen bis hin zu Algenteppichen und Fischsterben in den Weltmeeren führen kann, die das ökologische Gleichgewicht stark beeinträchtigen. Aufgrund der Unmöglichkeit, den anfallenden Tierdung gesamthaft auf den Feldern auszubringen, werden ausserdem grosse Mengen davon in Jaucheseen gelagert oder verfestigt und anschliessend verbrannt, wodurch wiederum neue Formen der Umweltverschmutzung entstehen. Nicht zuletzt tragen die enormen, durch Tierdung freigesetzten Ammoniakmengen beträchtlich zu Saurem Regen sowie zum Waldsterben bei. So verursachte beispielsweise Anfang der neunziger Jahre in den Niederlanden das von der Tiermast herrührende Ammoniak mehr Schäden durch Sauren Regen als Autos oder Fabriken.


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