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Rindvieh
Bei Rindvieh verursacht insbesondere die
Kurzanbindehaltung auf ungeeigneten Belägen zahlreiche Verletzungen. Nicht selten gleiten die Tiere auf verschmutzten und darum sehr rutschigen Beton- oder Spaltenböden aus (Spaltenböden bestehen häufig aus Bongosi, einem afrikanischen Edelhartholz, das zwar urinbeständig ist, mit der Zeit jedoch sehr glitschig wird und daher eine Verletzungsgefahr für die Tiere darstellt). Die Folge davon sind nicht selten Bein- und Gelenkfrakturen sowie bei Kühen zusätzlich Euterquetschungen (schmerzhafte Zitzenquetschungen, -abrisse oder -zertrümmerungen). Häufig sind die harte Unterlage, Spaltenböden oder Gitterroste auch die Ursache für Liegeschwielen, entzündete Gelenke, Wunden mit anschliessenden Infektionen und vor allem für Klauenschäden, die infolge mangelhafter Pflege durch den Tierhalter zusätzlich verschlimmert werden. Erhebungen zufolge treten bei bis zu 80 Prozent der Rinder Veränderungen an den Vordergliedmassen, insbesondere an den Vorderklauen und -gelenken, auf (sog. Gitterrostkrankheit). Häufig sind auch sog. Stallklauen (die entstehen, wenn die Tiere ihre Klauen infolge mangelnder Bewegung nicht abnützen können und die regelmässige Klauenpflege durch den Halter vernachlässigt wird), die innere Blutungen, Geschwüre, eine permanente Überdehnung der Bänder und starke Schmerzen verursachen. Untersuchungen in Schlachthöfen belegen, dass rund 10 Prozent der Kühe mit 15 bis 20, zum Teil sogar mit 30 bis 40 Zentimeter langen Stallklauen angeliefert werden.
Die schlechte Bodenbeschaffenheit führt ausserdem zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit der Tiere. So können als Folge von Trittverletzungen oder des Einklemmens der Schwänze zwischen den Spalten schmerzhafte Entzündungen an den Schwanzspitzen entstehen, die bis ins Rückenmark hinaufsteigen. Teilweise sind bis zu 60 Prozent der Tiere eines Bestands von der Schwanzspitzennekrose befallen, die insbesondere in der Bullenmast zu einem schwerwiegenden Problem geworden ist. In der Kurzstandhaltung liegt zuweilen auch die Ursache der sog. Dackelbeinigkeit bei Mastbullen, deren weiche Knochen das Körpergewicht nicht mehr halten können, sowie der Euterentzündung Mastitis bei Milchkühen. Die allgemein als "Berufskrankheit" von Milchkühen bezeichnete Mastitis tritt bei angebundenen Tieren in rund neun Prozent, bei in Laufställen gehaltenen Kühen hingegen nur etwa bei drei Prozent auf. In ungeeigneten Umgebungen wie ganzjähriger Stallhaltung oder Spaltenböden liegt die Erkrankungsrate teilweise sogar bei über 40 Prozent.
Zudem werden Anbindestricke und -ketten oftmals so eng angelegt, dass sie in die Haut einwachsen und ähnlich erhebliche Schmerzen verursachen wie die verschiedenen Zwangsgeräte, womit die Tiere zu einem unnatürlichen Verhalten konditioniert werden. Der elektrische Kuhtrainer führt ausserdem zu permanentem Angststress, Stoffwechselschäden, Fruchtbarkeitsstörungen und einer schwächeren Ausbildung der Brunstsymptome. Die Vorrichtung ist teilweise derart knapp über dem Rücken der Tiere angebracht, dass sie nahezu bei jeder Bewegung berührt wird. Untersuchungen haben ergeben, dass bis zu 80 Prozent der Kontakte mit dem Kuhtrainer ausserhalb des Eliminationsverhaltens der Tiere liegen (so beispielsweise auch, wenn die Rinder Fliegen vertreiben, sich das juckende Fell reinigen oder aus blossem Bewegungsdrang ihre Stellung verändern wollen).
Sogar vorsätzlich krank gemacht werden Mastkälber im Rahmen des Bestrebens um eine möglichst helle Fleischfarbe durch ein auf die unnatürliche Fütterung zurückzuführendes physiologisches Eisendefizit, das Infektionen, Verdauungs- und Stoffwechselstörungen bis hin zu schweren Anämien und gar den Tod der Tiere bewirken kann. Eisenunterversorgte Tiere ermüden ausserdem bei Anstrengung rasch, weil Muskeln und andere Organe infolge der mangelnden Hämoglobinbildung nur ungenügend mit Sauerstoff versorgt werden.
Links zu diesem Thema
BVET Evaluation der Ökomassnahmen und Tierhaltungsprogramme
Kühe - Gesundheit und Wohlergehen sind in BTS- (besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme) und RAUS- (Regelmässiger Auslauf ins Freie) Betrieben gegenüber solchen Betrieben, die sich keinem Haltungsprogramm angeschlossen haben, wesentlich verbessert worden
BVET Info - Vorsicht bei Metallrosten in Laufställen
Achtung Verletzungsgefahr - In Laufställen sind die Metallroste ein Teil der durch die Kühe begehbaren Flächen. Die gute Durchlässigkeit der Roste für Mist ist an sich gut für die Klauen. Trotzdem sind die Roste nicht optimal, weil die schmalen Stege die Klauen stark belasten. Es ist bekannt, dass Kühe, die das Läger verlassen und in den Auslauf gehen, die Roste nach Möglichkeit meiden
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Mastgeflügel, Qualzucht und Strafbarkeit
Menschen für Tierrechte - Die Ausführungen befassen sich mit den Haltungsbedingungen von Geflügel in Massenproduktion und deren rechtlicher Beurteilung, besonders der strafrechtlichen Bewertung der Erzeugung und Aufzucht von Mastgeflügel als solcher
PROVIEH - Stellungnahme zur Schweinehaltung
Deutscher Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung - Anteil der Verletzungen auf den verschiedenen Bodensystemen (Liegeschwielen, Beinverletzungen, eingeklemmte oder abgerissene Zitzen u.s.w.)
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