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Katzen

Ganz allgemein bieten Katzen infolge ihrer geringeren genetischen Mutationsbereitschaft weniger züchterischen Spielraum als andere Haustiere, sodass bislang lediglich rund hundert verschiedene Rassen entstanden. Auch haben sie sich weder im Verhalten noch im Körperbau stark gegenüber ihrem Urtypus verändert, während bei mancher Hunderasse die Vorstellung doch schwer fällt, dass sie ursprünglich vom Wolf abstammt. Negative züchterische Auswüchse sind bei Katzen daher (noch) nicht derart fortgeschritten; so ist beispielsweise der Gewichtsunterschied zwischen grossen und kleinen Katzenrassen rund fünfzigmal geringer als jener bei Hunden.

Dennoch ist die Liste infolge Defektzucht mit erheblichen anatomischen Mängeln oder bestimmten Krankheitsbildern behafteter Rassen auch bei Katzen bereits ansehnlich. Zu denken ist etwa an stummelbeinige Munchin-Katzen, die sich nicht arttypisch fortbewegen können und unter ihren zuchtbedingten Gebrechen ebenso leiden wie die haarlosen, Temperatureinflüssen schutzlos ausgelieferten Sphynx (sog. Nacktkatzen) - die nicht einmal über normale Schnurr- und Barthaare verfügen (was den Tastsinn der Tiere stark beeinträchtigt) und erhebliche Schwierigkeiten bei der Regulation ihrer Körpertemperatur haben, sodass sie nahezu dauernd frieren - oder schwanzlose Manx-Katzen mit ihrer missgebildeten Wirbelsäule. Der daraus resultierende hüpfende Gang der Tiere wird im Rassestandard explizit als charakterisierendes Merkmal gefordert. Wie andere stummelschwänzige Katzen leidet die Manx ausserdem unter Muskel- und Nervenschädigungen und hat aufgrund ihres gestörten Gleichgewichts beim Springen und Klettern erhebliche Schwierigkeiten. Alle genannten Arten bringen darüber hinaus immer wieder abnorme und teilweise nicht lebensfähige Nachkommen zur Welt. Weitere Beispiele exzessiver Katzenzucht sind Siamesen - denen aufgrund eines neurologischen Defekts ein normales Sehen verunmöglicht ist und die ihr Augenleiden durch Schielen zu kompensieren versuchen - sowie rundköpfige und stupsnasige Perser- und andere Katzen mit ihrem häufig vollständig verfilzten Fell und flachen Gesicht. Dieses führt zu Atembeschwerden, Fressproblemen und permanent tränenden Augen; wie bei Hunden erschwert ausserdem der runde, breite Kopf der Tiere die Geburt (oft müssen Perserjunge daher per Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden). Als weitere Beispiele seien auf eine dominant weisse Fellfarbe gezüchtete und daher meist schwerhörige bzw. vollständig taube Katzen genannt (die Weissfelligkeit bei Katzen entspricht ungefähr dem Merle-Faktor bei Hunden). Mittlerweile werden ausserdem sog. Dackel- und Pudelkatzen mit verkürzten Beinen bzw. Schlappohren und gelocktem Fell, sog. Superscratcher mit bis zu fünf Extrazehen oder praktisch nasenlose Tiere gezüchtet. Die neusten Auswüchse verantwortungsloser Zuchtbemühungen stellen jedoch in den USA geschaffene sog. Känguru-Katzen dar, die sich ihrer verkrüppelten Vorderpfoten wegen nur hoppelnd fortbewegen können.


Literatur zu diesem Thema

TIR-Film: Tier im Recht bewegt
 
Hunde-Recht
 
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