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Eliminieren unerwünschter Jungtiere

Ein weiteres mit der Heimtierzucht verbundenes Tierschutzproblem stellt das in der Praxis routinemässig angewandte Aussondern und Eliminieren von Jungtieren dar, die bestimmten Anforderungen nicht entsprechen oder schlicht überzählig sind. Vor allem in der Hundezucht führt der Farbformalismus bei vielen Rassen dazu, dass gesunde und kräftige Welpen aufgrund "unkorrekter" Fellzeichnung (sog. Fehlfarben) oder anderen, dem Rassestandard nicht entsprechenden Eigenschaften sog. ausgemerzt, d.h. euthanasiert oder auf andere Weise getötet werden. Vom Welpenmerzen betroffen sind etwa Doggen, Dalmatiner, Bernhardiner und Berner Sennenhunde, aber auch diverse Katzenrassen. So werden beispielsweise im Rahmen der Boxerzucht schätzungsweise 20 Prozent der Welpen einzig deshalb getötet, weil sie mit dem vermeintlichen Makel eines weissen Fells behaftet sind. Allein in Deutschland fallen dieser lebensverachtenden Praxis jährlich Hunderte junger Boxer zum Opfer.

Durch Wurfbegrenzungen - in der Praxis wird die Zahl der überlebenden Welpen pro Wurf oftmals auf sechs limitiert - hält man ausserdem die Welpenpreise hoch. Insbesondere bei auf Riesenwuchs gezüchteten Hunden mit hoher Reproduktionsrate (da bei Hunden die Fortpflanzungsrate in enger Beziehung zur Körpergrösse steht, gibt es bei auf Gigantomanie gezüchteten Tieren regelmässig auch sehr grosse Würfe) führt dies dazu, dass immer wieder gesunde Jungtiere einzig aufgrund ihrer vermeintlichen Überzähligkeit getötet werden. Bis in die siebziger Jahre gehörte die "Welpenmerze" zu den in Züchterkreisen gebräuchlichen Verfahren. Wenngleich viele Zuchtverbände inzwischen von der lebensverachtenden Methode Abstand genommen haben, wird sie mitunter noch immer praktiziert (und arglistig verdeckt). Das Ausmerzen ist im Übrigen nicht nur bei überzähligen Heimtieren, sondern auch in anderen Bereichen gebräuchliche Praxis. Insbesondere in der Pferdezucht zeigt sich die Tendenz zur Überproduktion deutlich, wobei etwa an die vor allem in Österreich betriebene traditionelle Haflingerzucht zu denken ist, in deren Rahmen rund 80 Prozent der Fohlen alljährlich geschlachtet werden, da man keine Abnehmer für sie findet.


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