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Amputieren von Körperteilen

Operative Eingriffe zur Entfernung "optisch störender" Körperteile stellen zwar keine direkten Zuchtfolgen dar, werden aber ebenfalls im Rahmen des Bestrebens, das Erscheinungsbild von Heimtieren geltenden Rassestandards oder individuellen Schönheitsidealen anzupassen, vorgenommen. Beispiele hierfür sind etwa das Abschleifen der Eckzähne bei Affen, die operative Beseitigung der Duftdrüsen bei Frettchen und Skunks, das zur Verhinderung von Lärmimmissionen vorgenommene Durchtrennen der Stimmbänder bei Hunden und die operative Entfernung des Kehlkopfs bei Geflügel sowie das Herausnehmen von Katzenkrallen, um Verletzungen oder Beschädigungen von Einrichtungsgegenständen zu verhindern.

In der Praxis bedeutend ist insbesondere auch das Kupieren der Ohren und Schwänze junger Hunde, das von vielen Züchtern als harmlos bezeichnet, mit Argumenten der Zweckmässigkeit begründet - so rechtfertigen viele Zuchtverbände das Kupieren unter Verweis auf eine lange Tradition der Massnahme als Verletzungsprophylaxe - und bei Welpen verschiedener Rassen routinemässig durchgeführt wird. Sowohl aus ethologischer als auch aus tierschützerischer Sicht stellt die Massnahme indes eine klar abzulehnende und für die Tiere mit weit reichenden Folgen verbundene Verstümmelung dar. Irrelevant ist dabei, ob das Kupieren aus kosmetischen oder vermeintlich praktischen Gründen vorgenommen wird (einzige Ausnahme bildet allenfalls das Kupieren aus medizinischen Gründen bei Rutenerkrankungen). Auch der Nutzung dienende Eingriffe - wie sie in der Praxis etwa bei Schutz- oder Diensthunden vorkommen - sind klar abzulehnen, da es keine Rechtfertigung gibt, weshalb das Kupieren hier unerlässlich sein sollte. Angesichts der Tatsache, dass gerade bei für das Aufbringen von Wild im Unterholz eingesetzten Jagdhunden (wie etwa Dackeln oder Münsterländern) die Schwänze nie kupiert werden, ist es unsinnig, dass der Eingriff bei anderen Tieren noch immer routinemässig vorgenommen wird. Während die Operation selbst - sofern sie fachgerecht und unter Narkose durchgeführt wird – einen vergleichsweise einfachen und schmerzfreien Eingriff darstellt, sind die Wochen nach dem Eingriff für die jungen Hunde mit erheblichen Schmerzen verbunden. Zudem werden die Tiere einerseits ihrer Würde, die unter anderem auch eine Respektierung der tierlichen Integrität verlangt und daher durch das Stutzen von Körperteilen verletzt wird, auch wichtiger Kommunikationsmittel beraubt. Unversehrte Ohren und Schwänze stellen für die Tiere nicht nur funktionell benötigte Organe, sondern auch wesentliche Instrumente zur Interaktion mit der Umwelt dar und widerspiegeln tierliche Gemütszustände deutlich und warnend. Erwiesenermassen verlieren Hunde durch die Amputation des Schwanzes daher nicht nur ein wichtiges Instrument zur Steuerung ihrer Bewegungsabläufe, sondern auch bedeutende Feinheiten der Signalübermittlung und damit die Fähigkeit der Graduierung im Gesamtausdruck und der Kommunikation, was wiederum die Möglichkeiten der sozialen Verständigung und des Ausdrucks von Stimmungen stark vermindert.
Dasselbe gilt auch für den genetischen Schwanzverlust und angeborene Rutendeformationen, wie beispielsweise bei schwanzlosen Manxkatzen.


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