Auch in der Schweiz sind die Bestände in den letzten Jahren gesamthaft derart gestiegen, dass mittlerweile in jedem zweiten Haushalt mindestens ein Heimtier lebt. Im Jahre 2002 wurden hierzulande fast 500'000 Hunde, mehr als 1,3 Millionen Katzen, 460'000 Kleinnager, 600'000 Stubenvögel und nahezu 4,5 Millionen Zierfische gehalten. Diese Quote wird von vielen Ländern sogar noch übertroffen, so etwa von Deutschland (mit 57 Prozent der Haushaltungen), wo insgesamt rund 90 Millionen Heimtiere leben, darunter etwa 5,5 Millionen Katzen und 4,8 Millionen Hunde. An der europäischen Spitze steht Belgien, wo nahezu 80 Prozent der Haushaltungen Pets beherbergen, vor Frankreich mit rund 76 und den Niederlanden mit 74 Prozent. Die Gesamtzahl europäischer Heimtiere beläuft sich auf mehrere Milliarden, wovon Zierfische den weitaus grössten Anteil ausmachen. Allein in Deutschland wird ihre Anzahl auf rund 85 Millionen - in der Schweiz sind es immerhin etwa sieben Millionen - vermutet, wobei der gesamte Zierfischbestand aufgrund der geringen Lebenserwartung der Tiere jedes Jahr durchschnittlich viermal komplett erneuert wird. Mit dem wachsenden Lebensstandard des Menschen verändert sich offenkundig auch das Dasein seiner tierlichen Hausgenossen. Längst ist rund um das Heimtierwesen ein eigener Markt entstanden, auf dem enorme Umsätze erzielt werden. Lediglich die Briten, Franzosen und Amerikaner lassen sich das Wohlergehen ihrer Heimtiere durchschnittlich mehr kosten als die Schweizer, die jährlich beispielsweise allein für Fertigfutter über 400 Millionen Franken ausgeben. In Deutschland wird das wirtschaftliche Potenzial der Heimtierindustrie auf über fünf Milliarden Euro geschätzt - im Jahre 1999 wurden beispielsweise allein für Katzenstreu rund 150 Millionen Euro umgesetzt -, während in den USA der Gesamtaufwand für die Heimtierfütterung jenen für Babynahrung um das Vierfache übersteigt.
Ganze Industriezweige sind heutzutage darum bemüht, laufend neue Bedürfnisse von Heimtieren zu ermitteln und ihre Haltung durch ein ständig wachsendes Angebot an Futtermitteln, Käfigen, Terrarien, Aquarien, verschiedenstem Zubehör, Spielzeug, Fachliteratur und vielem mehr zu fördern. Nicht selten bringt der Markt dabei auch völlig unsinnige und mitunter gar gegen die Würde der Tiere verstossende Produkte hervor. Das Angebot an Accessoires reicht inzwischen von Adventskalendern für Heimtiere oder auf Schlappohren passende Sonnenbrillen und Baseballmützen über den Hundejogginganzug bis hin zu Tierparfüms und nach Chanel duftender Katzenstreu. Vom kontinuierlichen "Pet-Boom" der letzten Jahrzehnte profitiert jedoch nicht nur die Futtermittel- und Zubehörindustrie, sondern insbesondere auch die Veterinärmedizin, wobei neben einem immer besseren - und kostspieligeren - Angebot an traditioneller tierärztlicher Versorgung auch Komplementärmethoden (wie beispielsweise Akupunktur, Chiropraktik, Homöopathie, Aromatherapie und Reflexzonenmassage) längst Einzug gehalten haben.
Bedienung
Ausführlichkeit
Qualitätsanspruch
Radikal für die Tiere
Wertschätzung
Lustfaktor
Nicht bewertet