Zahlreiche Untersuchungen belegen ausserdem, dass Heimtiere nicht nur eine psychologische, sondern auch eine pädagogische Wirkung haben. Ihr positiver Einfluss auf das körperliche und seelische Wohlbefinden ihrer Halter ist wissenschaftlich ebenso nachgewiesen wie etwa der Umstand, dass ihnen für die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern eine erhebliche Bedeutung zukommt. Das Halten und Pflegen eines Heimtiers kann eine wichtige Komponente des Erlernens ethischer und verantwortungsbewusster Handlungsweisen darstellen, da sich Kinder in der liebevollen und begleiteten Begegnung mit Tieren auf spielerische Weise ein soziales Verhalten sowie die Rücksichtnahme auf andersartige Lebewesen, deren Eigenarten und Bedürfnisse aneignen. Im Umgang mit Heimtieren kann sich die grundsätzliche Beziehung des Kindes zum Lebendigen und damit über das Tier zum Mitmenschen entwickeln. Interartliches Verstehen und intuitives Erfassen der Bedürfnisse von Tieren müssen jedoch gelernt werden, worin letztlich eine der grossen Aufgaben der Heimtierhaltung in der Familie liegt.
Heimtiere beschleunigen aber unter anderem auch Genesungsprozesse, trösten über soziale Verluste hinweg, begünstigen den Stressabbau, verhelfen zu psychischer Ausgeglichenheit und fördern die Sozialkompetenz im Umgang mit Menschen. So begünstigt die Heimtierhaltung beispielsweise die Blutwerte, die als Risikofaktoren für Herzkrankheiten gelten, oder forciert die Linderung leichterer Gesundheitsprobleme (von Kopfschmerzen über Verstopfung bis hin zu Grippeerkrankungen). Heimtierhalter konsumieren zudem weniger Medikamente und müssen seltener zum Arzt; auch sinkt bei alten Menschen die Abhängigkeit von Pflegepersonal und Gerätschaften im Vergleich zu Personen ohne Pets. Insgesamt hat sich der Einsatz von Heimtieren mittlerweile in den verschiedensten Anwendungsbereichen bewährt: Ob in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen, Straf- oder Entzugsanstalten bzw. bei der Behandlung körperlich oder geistig behinderter Menschen und verhaltensauffälliger Kinder - überall werden Heimtiere längst routinemässig in therapeutischer Absicht genutzt. Obschon die entsprechende Wirkung von Tieren seit alters bekannt ist (so galten beispielsweise im antiken Ägypten und Griechenland vor allem Hunde als Heil bringend und bestehen aus dem 8. Jahrhundert gesicherte Hinweise für die Verwendung von Hunden bei der Behandlung menschlicher Störungen), nahm der institutionalisierte und zunehmend wissenschaftlich begründete Einsatz von Tieren als Co-Therapeuten erst in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts seinen eigentlichen Beginn. Als Pionier in der Verwendung von Heimtieren als "therapeutische Werkzeuge" gilt der amerikanische Psychoanalytiker Boris M. Levinson. Mittlerweile wird die sog. Pet-Therapie in nahezu jeder denkbaren Variante - sogar mit Hilfe von Lamas, Hängebauchschweinen oder Schlangen - angewandt.
Bedienung
Ausführlichkeit
Qualitätsanspruch
Radikal für die Tiere
Wertschätzung
Lustfaktor
Nicht bewertet