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Tierschutz /Allgemeines / Motive / Ausgestaltungen
Anthropozentrischer Tierschutz
Die Gründe, welche die Gesellschaft oder den Einzelnen zu einem unmittelbaren tierschützerischen Handeln veranlassen, können verschiedener Natur sein. Beim anthropozentrischen (oder indirekten) Tierschutz sind es ausschliesslich ästhetische, kulturelle oder ökonomische Interessen des Menschen, die diesen zu einer dem Wohl von Tieren dienenden Verhaltensweise bewegen. Die Gründe für einen ästhetischen Tierschutz liegen in der menschlichen Empfindsamkeit, die den Wunsch hervorruft, nicht Zeuge von Tiermisshandlungen zu werden. Vor diesem Hintergrund erklären sich insbesondere viele historische Gesetzesvorschriften, welche die Strafbarkeit der Tierquälerei von einer Wahrnehmung durch Dritte abhängig machten. Als Beispiele für kulturelle Motive seien die Bestrebungen zum Schutz alter Haustierrassen zur Bewahrung des geschichtlichen Erbes und die Erhaltung von Tieren zur Ausbildung von Menschen oder anderen Tieren genannt. In der Praxis unterliegt der Schutz von Tieren aber insbesondere auch verschiedensten ökonomischen Intentionen, vor deren Hintergrund Tiere lediglich als Mittel zur Erreichung wirtschaftlicher Ziele geschützt werden. Zu denken ist in diesem Zusammenhang etwa an die Haltung von
Versuchs-,
Zoo- oder landwirtschaftlichen
Nutztieren, die man in erster Linie aufgrund ihrer Eigenschaft als Vermögenswert und Einkommensquelle pflegt, oder an den Schutz von Tieren als Teil der natürlichen Lebensgrundlagen heutiger und künftiger Generationen.