Wie der Titel schon sagt wird Hummer in diesem Artikel als Festtagsgericht, als Delikatesse angepriesen. Nach einer kurzen Umschreibung der Meerestiere – Farbe, Anatomie, Herkunft – wird Schritt für Schritt erklärt, wie man beim Zubereiten des Hummers vorzugehen hat und schliesslich was man beim Verspeisen beachten soll.
Die brutale Zubereitungsweise wird zwar angesprochen – „Wie war das noch genau mit dem Lebendigen-Leibes-ins-siedende-Wasser-geworfen-Werden?“ – jedoch völlig verharmlost. Nur weil der Hummer, der in Freiheit ein Alter von bis zu 80 Jahren erreichen kann, angeblich doch keinen Pfeifton von sich gibt, „der durch Mark und Bein geht“, wenn man ihn ins kochende Wasser gibt, heisst das noch lange nicht, dass er dabei keine Qualen erleidet. Was mit den Tieren vor ihrer Ankunft im Restaurant oder Delikatessenhandel geschieht, wird ebenfalls nur angeschnitten, indem geschildert wird, dass ihnen gleich nach dem Fang die Scheren mit einem Gummi zusammengebunden werden. Die Strapazen, die sie dann auf stunden- oder sogar tagelangen Transportwegen in engen Behältern zu erdulden haben, kann man nur erahnen. Im Bericht wird denn auch bemerkt, dass der Hummer „sichtlich erschöpft“ sei und dass ihn „die lange Reise und die tiefe Temperatur im Kühlschrank lethargisch gemacht“ hätten.
Der Artikel ist aus tierschützerischer Sicht insofern problematisch, als zwar die kritischen Punkte angesprochen, jedoch auf herablassende Art und Weise heruntergespielt werden. Bloss weil unser Tierschutzgesetz im Wesentlichen nur Wirbeltiere schützt, heisst dies noch lange nicht, dass Hummer und andere wirbellose Tiere wie leblose Handelsware behandelt werden dürfen. Mit dieser in keiner Weise objektiven Berichterstattung soll hier offensichtlich das schlechte Gewissen – sofern überhaupt vorhanden – beim Verzehr von Hummer beseitigt werden. Etwas mehr Respekt gegenüber unseren Mitgeschöpfen wäre dringend wünschenswert!